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IWF-Chefin an Euroland: Gebt Gas, Leute

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IWF-Chefin an Euroland: Gebt Gas, Leute

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Der Internationale Währungsfonds hält die Einsturzgefahr im Weltfinanzsystem vorerst für gebannt. Die Euro-Zone warnt er allerdings vor einer “chronischen” Finanzkrise. Die Reformen im Bankensektor dürften nicht nachlassen, heißt es im neuen Bericht zur globalen Finanzstabilität. Und die Europäische Zentralbank habe noch Luft für eine Lockerung der Geldpolitik.

Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF):

“Die wirtschaftliche Welt sieht nicht mehr so gefährlich aus. Aber das Aufatmen an den Finanzmärkten – kommt bisher eindeutig nicht an bei Wachstum und Beschäftigung.”

Alles, was in der Finanzpolitik Rang und Namen hat, ist bis Sonntag in Washington, zur Frühjahrstagung von IWF und Weltbank, zum Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20). Dabei gerät die Sparlinie von IWF und Deutschland mehr und mehr unter Beschuss.

Charles Wyplosz, International Money and Banking Studies Centre (ICMB), Genf, beim “Russia Forum” in Moskau:

“Die Sparpolitik produziert die üblichen Ergebnisse – also kein Wachstum, keine Wachstumsimpulse. Ich sehe da nichts Überraschendes vom IWF. Der IWF weiß sehr wohl: Er verlangt Sparmaßnahmen in allen Ländern, in denen er eingreift. Da kann die EZB ein bisschen die Zinsen senken – aber man ist ja praktisch schon bei Null. Der Ball ist jetzt wirklich in der Hälfte der Regierungen und des IWF: Sie sollten mit dem Sparen aufhören. Es funktioniert nicht.”

Nach Medienberichten aus Berlin dringt Deutschland in der G20 unbeirrbar auf mittelfristige, neue Defizit-Zielvorgaben: „Wir werden antreten in Washington und sehr klar machen, dass die bisherigen Vereinbarungen sind auch weiter unser Ziel.“

Mit dpa, Reuters