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Romano Prodi, Italiens neuer Staatspräsident

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Romano Prodi, Italiens neuer Staatspräsident

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Januar 2008, Romano Prodi tritt als Regierungschef zurück und beendet erst einmal seine Politikerkarriere.
Zweimal war der Wirtschaftsprofessor Ministerpräsident Italiens gewesen und einmal Chef der EU-Kommission. Bei der Vertrauensabstimmung im Senat, die zu diesem Rücktritt führte, war es selbst für italienische Verhältnisse recht stürmisch zugegangen. Prodi sagte, er bedaure nichts. In den 2 Jahren an der Spitze der Regierung habe er harte Entscheidungen treffen müssen, von denen er immer wusste, welche Konsequenzen sie haben könnten. Begonnen hatte der Wissenschaftler seine Polit-Karriere 1978 bei den Christdemokraten. Unter Regierungschef Giulio Andreotti war er für ein Jahr Industrieminister. 1995 gewann er mit dem Wahlbündnis “Olivenbaum” die Parlamentswahlen. Dieses “Mitte-links” Bündnis erstreckte sich von kommunistischen bis zu christdemokratische Parteien. Es verdrängte die erste Berlusconi-Regierung von der Macht. Diese seine erste Amtszeit als Regierungschef dauerte 2 Jahre. Nachdem er Zugeständnisse gemacht hatte, um Italien eine Beteiligung am Euro zu ermöglichen, verlor er die folgende Vertrauensabstimmung. “il professore” , wie ihn die Italiener nennen, war nun in Brüssel mehr gefragt als in Rom. 1999 beriefen ihn die Staats und Regierungschefs der EU zum Präsidenten der EU-Kommission.
Die wichtigste Aufgabe in den 5 Jahren seiner dortigen Amtszeit war der Verhandlungsmarathon mit jenen zehn ehemals kommunistischen Ländern, die 2004 der EU beitraten. 2006 gewann Prodi mit einem neuen Mitte-Links-Bündnis in der Abgeordnetenkammer eine komfortable und im Senat eine knappe Mehrheit.
Zum zweiten Male wurde er vom Staatspräsidenten als Regierungschef vereidigt. Demnächst wird er auf der anderen Seite des Tisches stehen, als Hausherr im Quirinal, dem Präsidentenpalast. Auch Prodis zweite Regierungszeit in Rom dauerte zwei Jahre. Diesmal ließ er wissen, er wolle seine politische Tätigkeit nur noch auf das eher repräsentative Amt des Parteipräsidenten der “Partito Democratico” beschränken.
Ansonsten tat er, was “elderly statesmen” so tun – Reden halten, Ratschläge erteilen, bei Konflikten vermitteln.