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World Press Cartoon 2013

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World Press Cartoon 2013

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Die World Press Cartoon Awards 2013 standen im Zeichen der Krise – nicht nur inhaltlich. Deutlich weniger Sponsoren unterstützten diesmal den Wettbewerb im portugiesischen Sintra. Eine Preisgala gab es dennoch, wie üblich im Olga Cadaval Theater. Der Grand Prix in der Kategorie politische Pressezeichnung ging an eine griechische Karikatur: “Das Rettungsteam der Europäischen Union” von Michael Kountouris. Dieser widmete seinen Preis den Opfern der Krise.“Ich hoffe, dass wir bald das Europa bekommen, das wir uns alle wünschen. Ein Europa, das für seine Bürger sorgt, nicht für die Banken.”

Seit neun Jahren findet der Karikaturengipfel in Sintra nahe Lissabon statt. Ein Wettbewerb, der internationale Anerkennung genießt und 2012 seinerseits vom International Cartoon News Center mit dem Preis für den besten Wettbewerb für Pressezeichnungen geehrt wurde. Doch die Zukunft ist ungewiss, nicht nur wegen der Wirtschaftskrise. Im Herbst finden Wahlen statt, der aktuelle Bürgermeister Fenando Seara darf nicht noch einmal kandidieren, hofft jedoch, dass sein Nachfolger sich für den Fortbestand des Wettbewerbs in Sintra einsetzen wird. “Ich werde auch die künftigen Ausgaben der World Press Cartoon Awards besuchen. Ich finde, das Konzept funktioniert, lockt viele Besucher an und ist von internationaler Relevanz.”

“Ich glaube, dass der World Press Cartoon zu wichtig ist, um einfach zu verschwinden”, sagt der Leiter António Antunes. “Der nächste Bürgermeister von Sintra wird die Veranstaltung fortsetzen. Ich bin da verhalten optimistisch.”

Die beste humorvolle Pressezeichnung kam diesmal auf dem Iran “Low Economy”, Kühe, auf dem Rücken über die Straße robbend. “Es ist eine Art Parodie auf den Umgang mit Regeln. Während manche Menschen sie gerne missachten, sind Tiere da offenbar viel gehorsamer”

Den Preis für die beste Politiker-Karikatur erhielt der Argentinier Pablo Lobato für sein kubistisches Porträt des bolivianischen Präsidenten Evo Morales. Eindeutig an Picasso inspiriert. “Mein Vater war ein großer Bewunderer Picassos. Deswegen heiße ich Picasso, ich mein Pablo, also wegen Picasso!”

Nelson Mandelas Gesundheit, die Tore von Fußballstar Messi oder Barack Obamas Wiederwahl, an Themen mangelte es nicht im vergangenen Jahr.

“Die wirtschaftliche und finanzielle Krise in der Europäischen Union, eines der beherrschenden Themen 2012, war auch auf dem World Press Cartoon Beiträgen deutlich zu erkennen”, fasst euronews-Reporterin Dulce Dias zusammen.“Ebenfalls die Konkurrenz aus China und, nicht zu vergessen, Dopingskandale im Sport.”