Eilmeldung

Eilmeldung

Boston: Warten auf Antworten

Sie lesen gerade:

Boston: Warten auf Antworten

Schriftgrösse Aa Aa

Die Fragen müssen warten: Der zweite mutmaßliche Bombenleger von Boston ist weiter nicht vernehmungsfähig. Dem 19-jährigen Dschochar Zarnajew wurde bei einer Schießerei mit der Polizei in die Kehle geschossen. Seine Zunge ist verletzt, er kann nicht sprechen.

Sein älterer Bruder und mutmaßlicher
Komplize Tamerlan war zuvor auf der Flucht von der Polizei getötet worden.

So bleibt ihr Motiv weiter unklar.

In der muslimischen Gemeinde in Boston war der 19-Jährige bekannt. Allerdings nur von unregelmäßigen Besuchen. Er kam seit eineinhalb Jahren zu den Freitagsgebeten.

Mitstudent Austin Hightower beschreibt Dschochar Zarnajew so: “Er war einfach super nett. Er rauchte gerne, mochte Mädchen, er trank auf einigen Partys, die er besucht hat. Er war kein Einzelgänger. Darum kann ich mir keinen Reim darauf machen.”

Zarnajew war am Freitag in einer dramatischen Großfahndung
aufgespürt und schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Er
hatte sich in einem Garten im Bostoner Vorort Watertown in einem
abgedeckten Boot versteckt.

Die Brüder werden für den Anschlag auf den Boston-Marathon
verantwortlich gemacht, bei dem am Montag drei Menschen getötet und
180 verletzt worden waren. Zudem sollen sie einen Wachmann der Elite-Universität MIT erschossen haben.

Für Bekannte und Freunde immer noch ein Rätsel

„Er ­hatte das beste Gras der ganzen Uni“, weiß ein Freund. ­Feiern, kiffen, flirten – eher untypisch für einen Islamisten.