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Shanghai Autoshow: "Citroën will französischen Luxus ausstrahlen"

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Shanghai Autoshow: "Citroën will französischen Luxus ausstrahlen"

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Wer in der Autoindustrie zur Zeit nicht in Shanghai ist, hat das Rennen schon verloren: In China, da sind sich Europas geplagte Autohersteller einig, entscheidet sich, wer in welchem Segment Marktführer wird. Und, noch dramatischer: Welcher Hersteller überlebt und welcher nicht.

“Die Autoshow in Shanghai ist die wichtigste Messe der Branche”, sagt Thomas McGuckin von der Unternehmensberatung Price Waterhouse . Für Mercedes-Chef Dieter Zetsche ist China “die größte Baustelle bei Daimler”.

So rechnen die Autohersteller damit, dass 2013 in Europa knapp 12 Millionen neue Autos zugelassen werden – die Hersteller machen sich auf ein Minus von fünf Prozent gefasst. In Vereinigten Staaten dürften es 15,5 Millionen werden. Aber China hängt sie alle ab – mit 20 Millionen verkauften Neuwagen.

Also ist der chinesische Kunde König – leider auch für die Industriepolitiker in Peking. Bisher hat es noch kein chinesisches Auto unter die zehn größten Hersteller geschafft. Aber bis 2015 sollen vier von zehn neuen Autos in China heimische Marken sein.

Mit Reuters

Antoine Juillard, euronews:

In Shanghai auf der Motorshow (21/04 – 29/04) sprechen wir mit Frédéric Banzet, Generaldirektor des französischen Herstellers Citroën. Wir wollen natürlich wissen, was Sie auf dem chinesischen Markt vorhaben. Aber vorher zum Heimatmarkt Europa: Im März sank der Umsatz von Peugeot Citroën um 16% im Vergleich zum Vorjahr: Wie wollen Sie diesen nimmer endenden Nachfrage-Einbruch stoppen?

Frédéric Banzet, Generaldirektor bei Citroën:

“Der europäische Automobil-Markt ist zwischen 2007 und 2012 um 25% geschrumpft, das sind in Zahlen 4 Millionen Autos. Sie wurden früher von europäischen Kunden gekauft, die heute wegbleiben. Und Anzeichen für eine Erholung – Fehlanzeige.

Für das gesamte Jahr erwarten wir wieder einen Markt-Rückgang von rund 5%. Einen Hoffnungsschimmer gibt es nicht mal in Deutschland für dieses oder das nächste Jahr.”

euronews:

Bei diesen schlimmen Absatzzahlen im Monat März in Europa – müssen wir uns auf noch mehr Arbeitsplatzverluste in den Peugeot-Citroën Werken einstellen, außer denen, die schon angekündigt sind?

Banzet:

“Es war leider nicht zu vermeiden, dass uns die starke Rezession im europäischen Markt zum Umstrukturieren zwang: Das ist sehr schwierig, sehr schwere Entscheidungen sind zu treffen, und wir versuchen, das sozial so verantwortungsbewusst wie möglich zu machen. So haben wir uns verpflichtet, keinen einzigen Mitarbeiter mit dem Problem der Beschäftigung allein zu lassen.

Wir arbeiten an einem Neubeginn in 2 Jahren, das heißt, ab Ende des Jahres 2014 sollte die PSA (Peugeot-Citroën)-Gruppe wieder rentabel arbeiten. Arbeitsplätze abzubauen ist immer eine schwierige Entscheidung. Aber leider ist es die Marktsituation, die uns dazu zwingt.”

euronews:

“Sind Internationalisierung und das gehobene Marktsegment Schlüssel zum Erfolg für Peugeot-Citroën und besonders für Citroën ?”

Banzet:

“Ja, da bin ich überzeugt: Erstens machen wir uns weniger abhängig von Europa und präsenter in den Wachstumsmärkten – da, wo auch der Automobilmarkt wächst.

Und zweitens zum gehobenen Marktsegment:
Wir schöpfen mehr Wert in beiden Marken der Gruppe. Was uns bei Citroën betrifft, wir transformieren Bekanntheitsgrad und Image völlig mit unserer C-Linie (C1, C2, C3, C4, C5). Ziel ist ein noch stärkerer und attraktiverer Stil, das werden sympatische Autos, intelligent, mit sehr kontrollierten Betriebskosten, intuitiver Bedienung. Und dann entwickeln wir “DS” als Premium-Segment zwischen Normal-Verbraucher und Luxus.Da sind wir in einer einzigartigen Position, wir sind glaubwürdig, weil wir Franzosen sind. Sagen wir mal so, dass Citroën französischen Luxus ausstrahlt, ist eine völlig glaubwürdige Positionierung unserer Autos.”