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Hunderte noch unter den Trümmern in Bangladesch

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Hunderte noch unter den Trümmern in Bangladesch

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Mehr als 90 Menschen sind in Bangladesch beim Einsturz eines achtstöckigen Einkaufszentrums getötet worden. Mehr als 700 Menschen wurden verletzt. Wieviele noch unter den Trümmern sind, ist unklar. Für die Suche im Trümmerberg wurde das Militär zu Hilfe gerufen. Obwohl bereits am Vortag Risse in den Mauern waren, war das Gebäude nicht gesperrt worden.

Textilarbeiter Monir Hussain sagt: “Zuerst rissen die Mauern, wir sahen die Risse in den Wänden und an der Decke, und da wollten wir raus. Aber die Wachleute sagten, wir sollten weiter arbeiten, es sei alles in Ordnung. Hunderte meiner Kollegen sind noch unter den Trümmern.”

Überlebender Dschawil Islam meint: “Ich fing um acht Uhr mit der Arbeit an. Gegen halb zehn hörte ich ein Krachen, als ob etwas zusammenstürzte. Ich rannte die Treppe hinunter und nach draußen.”

Die meisten der Toten sind nach offiziellen Angaben Frauen, die in den vier Fabriken arbeiteten. Das Betongebäude im Gebiet Savar, etwa 20 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka, ist im hinteren Teil fast ganz in sich zusammengefallen.

Baumängel und fehlende Sicherheitsmaßnahmen führen immer wieder zu Unglücken in Bangladesch: Im Jahr 2005 starben 64 Menschen gar nicht weit vom Unfallort, als ihre Textilfabrik in sich zusammenstürzte. Und erst im November waren 112 Arbeiter in einem Fabrikfeuer ums Leben gekommen – auch weil die Notausgänge laut Augenzeugen abgeschlossen gewesen sein sollen.

Kleidung ist Bangladeschs Hauptexportgut, 79 Prozent der Ausfuhren sind Textilien, die vor allem nach Europa und in die USA geliefert werden. In dem nun zerstörten Gebäude soll laut dem Textilproduktions- und Exportverband Bangladeschs auch die Firma Ether-Tex nähen lassen haben, die unter anderem für C&A und Kik produzierte.

C&A und Kik erklärten am Mittwoch jeweils, nicht in der
Unglücksfabrik produziert zu haben. Die Geschäftsbeziehung mit Ether-Tex endete für C&A demnach im Oktober 2011. Die Firma Kik teilte mit, dass zu der Firma Ether-Tex keine Geschäftsbeziehung bestehe. “Letztmalig wurde hier im Jahr 2008 produziert.”