Eilmeldung

Eilmeldung

Amnesty-Bericht klagt an: Zwangsräumungen bei Erdbebenopfern in Haiti

Sie lesen gerade:

Amnesty-Bericht klagt an: Zwangsräumungen bei Erdbebenopfern in Haiti

Schriftgrösse Aa Aa

Drei Jahre nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti droht nach Angaben von Menschenrechtlern vielen der mehr als 320.000 Flüchtlinge die Zwangsräumung. Rund ein Viertel von ihnen müsse mit der Angst leben, selbst ihre provisorischen Zeltunterkünfte zu verlieren, warnte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, weil diese sich auf öffentlichen Plätzen oder Privatgrund befänden.

Bereits 1000 Familien seien in diesem Jahr gezwungen worden, ihre Zelte zu verlassen. Die Polizei habe bei ihren Räumungsaktionen oft Gewalt eingesetzt und die wenigen Habseligkeiten der Opfer zerstört. Dies geschehe auf Anordnung lokaler Behörden.

Von Seiten der haitianischen Regierung hieß es, die Zwangsräumungen seien illegal. Die Polizei sei aufgefordert worden, keine Zwangsräumungen durchzuführen. Der Justizminister sagte, er könne sich zum Amnesty-Bericht nicht äußern, er habe ihn nicht gelesen.

Haiti wurde am 12. Januar 2010 von einem Erdbeben der Stärke 7,0 erschüttert. Mehr als 200 000 Menschen starben, etwa 2,3 Millionen wurden obdachlos. Eine seit Oktober 2010 landesweit grassierende Cholera-Epidemie macht die Lage noch dramatischer. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) waren Ende März 2013
noch 320.051 Menschen in Flüchtlingslagern untergebracht.