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Das Ende der Stille

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Das Ende der Stille

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Vier Künstler, eine Moschee und neue Klangexperimente. “Silent Space Stand Still” heißt das Experimt. Rythmus, Stimme und Instrumente werden mit digitalen Elementen kombiniert. Die Tzisdaraki-Moschee in Athen ist der Ort des Geschehens. Dort zeigen die Künstler live, wie sich Klänge innerhalb und auch außerhalb eines Raumes entfalten. Sofia Tournikiot ist Kuratorin von “Silent Space Stand Still”.

Es es ist schade, dass diese wunderschöne Moschee im Zentrum von Athen gar nicht wahrgenommen wird, sagte sie. Wegen der Architektur entfalten sich die Klänge besonders schön – der perfekte Ort für uns.

Tarek Atoui macht elektroakustische Musik und ist Computerprogrammierer. Er zeigte seine Version des “Metastable Circuit” an einem der belebtesten Orte von Athen. Mit dieser Performance trat er auch bei der Documenta 2012 in Kassel auf. Der “Metastable Circuit” vereint tausende Klänge in sich, Atoui steuert sie und wird zugleich ein Teil von ihnen.

Es ist eine Performance mit elektroakustischer und elektronischer Musik, erklärt er seine Intention. Es geht um die Idee der Musik. Ich habe sie für die Documenta in Kassel vergangenes Jahr entwickelt und baue sie immer weiter aus. Hier in Athen stelle ich eine neue Version vor, mit unterschiedlichen elektronischen Klängen, die ich neu aufgenommeen und zusammengestellt habe.”

Eleni Papathoma ist die Direktorin des Museums für griechische Volkskunst. Die Tzisdaraki-Moschee wurde nicht lange als solche genutzt, sagt sie. Seit 1918 ist hier das Museum für griechische Volkskunst drin. Ich denke, es ist eine tolle Gelegenheit, wenn Museen mit anderen Künstlern und Musikern zusammen arbeiten. Schließlich ist die Moschee auch für Musik und Klänge gebaut worden.

“Same to different” – gleiches wird anders, so heißt die Arbeit des Türken Cevdet Erek. Er versucht hörbar zu machen, was sich in der Moschee vereint: Geschichten, verschiedene Sprachen, Rhytmus. Seine Performance ist eine Kombination aus Klangobjekten, persönlichen Erinnerungen und Vorträgen. Inspirieren ließ sich Erek von einem griechischen Avant-Garde-Musiker.

Erekerklärt seine Arbeit so: “ Es ist vor allem Improvisation. Wir haben versucht, alles miteinander zu verbinden: die Kuppel, die alte Moschee und natürlich auch das Museum für Volkskunst, das hier ansässig ist. Mein Ziel war es, in diesem Raum Objekte, die man anfassen kann mit Klängen und Rhytmen zu verbinden.

Bei der Performance «Same to Different» werden Pfeifen verwendet. Und sie können ganz unterschiedliche Dinge erinnern: an Vogelgesänge oder auch an ein Kinderspielzeug. Die Pfeifen schaffen auf ihre Weise eine Verbindung des architektonischen Raums mit den Ausstellungsobjekten und sich selbst.

Maria Thalia Carras ist die Kuratorin von “Silent Space Stand Still” und begeistert von der Zusammenarbeit. Diese Ausstellung wurde von einer privaten Institution organisiert. Und zugleich wurde sie privat finanziert. Das ist ein Riesenschritt, dass der öffentliche und der private Bereich in Griechenland bei so etwas zusammenarbeiten, erklärt sie. Dass dieser öffenltiche Raum für so etwas Innovatives genutzt wird.”

Eine Woche lang wurde die Arbeit jedes einzelnen Künstlers bei «Silent Space Stand Still» ausgestellt.