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Homo-Ehe in Frankreich: Russland stellt Adoptionen in Frage

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Homo-Ehe in Frankreich: Russland stellt Adoptionen in Frage

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Russland achtet zunehmend darauf, wohin seine Waisenkinder geraten: Aus politischen Gründen dürfen sie zum Beispiel schon nicht mehr zur Adoption in die USA. Hier ist die Ursache ein Streit um Menschenrechtsfragen; auch Irland sieht sich deshalb jetzt russischen Drohungen ausgesetzt.

Nun hat sich Frankreich den Unwillen Russlands zugezogen – in diesem Fall, weil Kinder hier bald von schwulen und lesbischen Paaren adoptiert werden können. Der russische Präsident stellt daher das Adoptionsabkommen zwischen beiden Ländern in Frage. Anlass ist die Initiative einer Parlamentsabgeordneten.

Russland respektiere seine Partner, sagt Wladimir Putin auf eine Frage nach dieser
Initiative: Aber diese Partner müssten auch Russlands kulturelle Traditionen achten, seine ethischen, rechtlichen und moralischen Normen. Es sei völlig angebracht, die entsprechenden Verträge zu ändern; man müsse über die neue Lage nachdenken.

Die gleichgeschlechtliche Ehe hat auch in Frankreich ihre Gegner, ist aber trotz aller Proteste gerade vom Parlament besiegelt worden. Die Paare dürfen damit künftig auch Kinder adoptieren. In Russland wäre das undenkbar: Schwule und Lesben treffen dort im Gegenteil auf starke Einschränkungen oder sogar auf offene Feindseligkeit.