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Enrico Letta: Frischer Wind im Stiefel

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Enrico Letta: Frischer Wind im Stiefel

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Innere Reformen und europäische Wachstumsinitiativen sollen es bringen – in 45 Minuten erklärte Italiens neuer Ministerpräsident Enrico Letta seinen Landsleuten, wie er das Land aus der tiefen Krise bringen will.

Finanzdisziplin des Staates sei wesentlich, so Letta, die öffentliche Verschuldung hänge wie ein Mühlstein an Italien. “Sparprogramme alleine bringen uns um” und “ohne Europa verlieren wir alles.”

In Einzelnen sollen – eine umstrittenen Immobiliensteuer gestoppt und – ein Mindestlohn für arme Familien erwogen werden – die Lohnnebenkosten sinken
und möglichst viele der 38 Prozent arbeitslosen Jugendlichen durch Anreize in Jobs gebracht werden.

Außerdem würden die Parteienfinanzierung und das Wahlsystem reformiert, versprach Letta. Als erstes sollten die Gehälter der Abgeordneten gekürzt werden.

Summa summarum dürfte das alles allerdings ein Loch von acht Milliarden Euro in den Haushalt reißen.

Die Anleger waren trotzdem begeistert. Insgesamt sammelte Italien sechs Milliarden Euro am Finanzmarkt ein. Die drittgrößte Euro-Volkswirtschaft konnte im Schnitt für 3,9 Prozent Zinsen für zehn Jahre Geld leihen – so günstig wie zuletzt im Oktober 2010.

Italien ist mit 130 Prozent der Wirtschaftsleistung verschuldet.

Mit Reuters, dpa