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Festnahmen bei Mai-Demos in Istanbul

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Festnahmen bei Mai-Demos in Istanbul

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In Istanbul in der Türkei ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen den Demonstranten zum ersten Mai und der Polizei gekommen. Es soll mehrere Verletzte gegeben haben. Mehr als zwanzig Menschen wurden festgenommen.

In diesem Jahr hat die Stadt Istanbul – angeblich wegen Bauarbeiten – den Taksimplatz gesperrt, den traditionellen, aber lange Zeit verbotenen Aufmarschplatz der türkischen Gewerkschaften, der linken Parteien und Jugendbewegungen. Die, die hier eigentlich aufmarschieren wollten, taten bereits in den frühen Morgenstunden ihren Unmut darüber kund. Die Polizei ging bei den Kundgebungen zum Tag der Arbeit mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Demonstranten vor. Demonstranten warfen Steine auf die Polizei. Der öffentliche Personennahverkehr war am frühen Morgen weitgehend eingestellt worden.

Oppositionspolitiker beklagten die Brutalität der Polizei und das Demonstrationsverbot der Behörden. Gürcel Tekin (CHP) sagt: “Ich konnte mich in diesen Toreingang retten, sonst wäre es mir schlecht ergangen, denn ich habe Asthma. Das Verhalten der Polizei ist nicht akzeptabel.” Ercan Karakas (CHP) steht neben seinem Parteigenossen. Er meint: “Der Tag der Arbeit kann doch auch friedlich begangen werden. Warum wurden dieses Jahr die Aufmärsche zum ersten Mai am Taksimplatz von den Behörden verboten? Das Verbot hat alles noch schlimmer gemacht. Deshalb kam es zu den Zusammenstößen.”

Erst seit 2010 sind Demonstrationen der Arbeiterbewegung zum ersten Mai in Istanbul überhaupt erst wieder erlaubt.Denn am 1. Mai 1977 starben 34 Menschen, als Bewaffnete von einem Gebäude in die Menge schossen. Danach waren Demonstrationen dann bis 2010 verboten. Heute läuft der Tag der Arbeit in Istanbul alles andere als friedlich ab.