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Kommunalwahlen in Großbritannien: Anti-EU-Partei feiert Triumph

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Kommunalwahlen in Großbritannien: Anti-EU-Partei feiert Triumph

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Er hat allen Grund zu feiern. Der Chef der United Kingdom Independence Party. Sein antieurpäischer Kurs kommt bei den Briten offenbar an. Bei den Kommunalwahlen gaben 25 Prozent der Wähler der UKIP ihre Stimme. 147 Sitze, vor zwei Jahren waren es noch acht: ein Rekordergebnis für eine vierte Partei in Großbritannien. Ihr oberstes Ziel: Großbritanniens Austritt aus der EU.

UKIP-Chef Nigel Farage:

“Dreiviertel unserer Gesetze werden anderswo gemacht. Die meisten von uns sagen: Wir wollen unser Land zurück. Wir wollen mit Europa Handel treiben, freundschafliche Beziehungen führen, aber nicht von Brüssler Institutionen regiert werden.”

Beide Regierungsparteien, die Liberaldemokraten wie die konservativen Tories, mussten zum Teil herbe Verluste einstecken. Es sind aber vor allem enttäuschte Wähler der Konservativen, die zur UKIP “überlaufen”.

Großbritanniens Premierminister David Cameron:

“Unsere Wähler erwarten offenbar, dass wir mehr für sie tun, uns noch stärker für die hart arbeitetenden Menschen einsetzen und begreifen, welche Probleme sie haben, ihnen bei Lebenshaltungskosten helfen, die Wirtschaft ankurbeln. All das muss noch stärker in unseren Fokus rücken.”

Ein Referendum über den Verbleib des Landes in der EU rückt offenbar näher. Nigel Farage rechnet sich nun außerdem gute Chancen aus, bei den Parlamentswahlen 2015 mit der UKIP ins Parlament einzuziehen. Vielleicht sogar früher, sollte es bis dahin Nachwahlen in bestimmten Wahlbezirken geben. Einen Vorgeschmack gab die Nachwahl im Bezirk South Shields, der als Labour-Hochburg gilt. Dort musste das Mandat des Parlamentariers David Miliband neu besetzt werden, der seinen Rücktritt erklärt hatte.

Die UKIP belegte dort den zweiten Platz und landete somit vor den Konservativen.