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Ungarn und der Antisemitismus

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Ungarn und der Antisemitismus

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Vor der Tagung des jüdischen Weltkongresses in
Ungarn haben Anhänger der Rechtsextremen in Budapest demonstriert und antisemitische Parolen skandiert.

Trotz eines Verbots des Innenministeriums folgten dem Aufruf der Jobbik zu der Kundgebung mehrere Hundert Menschen.

Parteichef Gabor Vona forderte die Juden im Land auf, “sich für die Morde an Ungarn zu entschuldigen”, die angeblich jüdische
Kommunisten begangen hätten.

Gabor Vona:“Wir sind etwas ganz besonderes in Europa! Nicht, weil wir besonders antisemitisch wären,- nein: selbst wenn ganz Europa den Juden folgt und ihnen zu Füßen liegt, werden WIR es nicht tun! Darum sind wir besonders!.”

Und um dies zu betonen, singen sie gemeinsam in ihrer Hymne:“Genug gebüßt hat dieses Volk für Vergangenes und für die Zukunft.”

Der Vorsitzende des judischen Gemeindeverbandes Ungarns, Peter Feldmajer:
“Das Wiedererstarken von Jobbik ist nur ein Symptom des Problems. In Ungarn teilen rund eine halbe Millionen Menschen die Ansichten der extremen Rechten. Viele heißen deren Antisemitismus sogar gut.”

An diesem Sonntag tagt der Jüdische Weltkongress in Budapest, um ein Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus in Ungarn zu setzen.

Seit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Viktor Orban 2010 nimmt die Zahl judenfeindlicher Vorfälle in Ungarn deutlich zu. Orban aber, sieht sich zu Unrecht kritisiert: sei die Jobbik-Kundgebung ursprünglich doch auf seine Weisung untersagt worden.

Verbot hin oder her: Die Polizei ist jedenfalls nicht gegen die Kundgebung vorgegangen
.