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Audrey Tautou: Hollywood ist nicht alles

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Audrey Tautou: Hollywood ist nicht alles

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Audrey Tautou. Der Film “Die fabelhafte Welt der Amélie” hat ihr zu Weltruhm verholfen. In Cannes, dem Filmfest des Jahres, wird sie dieses Jahr die Rolle der Zeremonienmeisterin übernehmen. Bei der Eröffnungszeremonie des 66. Filmfestivals und der Preisverleihung wird sie die Moderation übernehmen.

euronews:
Sie waren in Thrillern, Komödien, Liebesfilmen und beispielsweise in dem Drama Thérèse Desqueyroux zu sehen. Gibt es ein Genre, das Ihnen besonders liegt, oder ist es Ihnen das gleichgültig?

Audrey Tautou:
Ich habe da keine eindeutigen Vorlieben. Ich liebe Lovestories, ich liebe Komödien, aber ich mag auch anspruchsvolleren Stoff, der einem auf andere Weise etwas abfordert, einen zwingt zu reflektieren, eine intellektuelle Herausforderung darstellt. Das ist spannend.

euronews:
Thérèse Desqueyroux ist eine komplizierte Rolle. Gab es etwas an ihr, was für Sie besonders schwierig darzustellen war?

Audrey Tautou:
Claude Miller, der Regisseur des Films und ich haben uns Zeit genommen, die Rolle ganz genau durchzusprechen. So konnte ich sie kennen lernen und hatte sie schon recht gut erfasst, bevor die Dreharbeiten begannen. Es gab keine Geheimisse mehr, nichts was mich überrascht hätte. Deshalb fand ich es auch nicht schwierig, sie zu verkörpern.

Audrey Tautou:
Eine Frau, die über ihr Leben bestimmen möchte, aus dieser Ehe ausbrechen will und aus diesem scheinheilligen bürgerlichen und grausamen Leben, greift zu einem unsagbar unmoralischen
Ausweg: Sie versucht ihren Ehemann zu vergiften – der Überlebenswille treibt sie dazu. Das ist fast ein wenig transgressiv, ja.

euronews:
So, jetzt muss ich Ihnen etwas gestehen:
Wann immer ich ein Foto von Ihnen sehe, denke ich: Oh, Amélie. Es fällt mir schwer sie als “Audrey” zu sehen – uach zwölf Jahre nachdem er in die Kinos kam. Was hat den Erfolg des Films rückblickend ausgemacht? Und wieso ist Amélie derart unvergessen?

Audrey Tautou:
Ich weiß es nicht. Der Film ist ein kleines Wunder. Er hat etwas, was die Menschen in ihrem tiefsten Inneren berührt. Das kann man schwer mit Worten beschreiben. Er hat die Herzen der Menschen berührt, egal welcher Kultur oder Nationalität sie waren. Es ist seltsam, ich habe keine Erklärung dafür.

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euronews:
Das war der Startschuss zu Ihrem internationalen Durchbruch. Sehen Sie das auch so?

Audrey Tautou:
Der Film zeigt Paris in einem wundervollen Licht, erlaubt es dem Zuschauer, PAris und Frankreich zu entdecken. Das ist die Kulisse, vor der ich mich bewege. Das hat vielleicht dazu beigetragen. Ich bin mir dessen gar nicht so bewusst, aber auf alle Fälle bin ich sehr froh und sehr stolz. Ich bin eine Botschafterin des Französischen Films, das ist sicher.

euronews:
Man sieht sie nur alle paar Jahre mal in einem Hollywood-Streifen. Woran liegt das? Es kann nicht daran liegen, dass Sie keine Angebote bekommen. Daran mangelt es in Ihrem Fall sicher nicht.

Audrey Tautou:
Nein, ich bekomme gar nicht so viele Angebote. Ich bin nicht besonders präsent auf diesem Markt. Sie haben herausragende Schauspielerinnen und mein Englisch ist nicht besonders gut. Dadurch falle ich schon mal bei vielem raus. Aber ab und an ergibt sich etwas und das ist dann eine tolle Erfahrung. Ich habe, dass es mal wieder eine solche Chance geben wird, aber ich versteife mich auch nicht darauf.

euronews:
Die Liste der interessanten Film, in denen sie im Laufe Ihrer bisherigen Karriere mitgespielt haben, ist lang. Können sie zwei, drei nennen, die Ihnen besonders viel Spaß gemacht haben?

Audrey Tautou:
Natürlich “Amélie”, das ist klar. Dann: “Liebe um jeden Preis”, “Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft” und nicht zuvergessen “Kleine schmutzige Tricks”: Ein Film, den ich mit Steven Frears gedreht habe und den ich seit zehn Jahren absolut vergöttere. Das weiß er auch. Das war eine herausragende Erfahrung: Eine der besten meines Lebens.

euronews:
Was sind Ihre Zukunftspläne?

Audrey Tautou:
Ich nehme ungern Dinge vorweg. Ich versuche kleinere persönliche Projekte umzusetzen, die nicht zwangsläufig mit Kino zu tun haben. Ich habe in zwei Filmen mitgewirkt, die in Frankreich gezeigt werden. Um die werde ich mich kümmern, sie präsentieren. Und dann gibt es da ja auch noch das übrige Leben, Familie, Freunde.