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NSU-Prozess kurz nach Auftakt vertagt

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NSU-Prozess kurz nach Auftakt vertagt

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Kaum hatte er begonnen, da war auch schon wieder Schluss. Der NSU-Prozess gegen die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte ist vom Münchner Oberlandesgericht um eine Woche vertagt worden. Die Verteidigung hatte Befangenheitsanträge gegen den vorsitzenden Richter gestellt, die müssen nun geprüft werden. Unterdessen bekräftigte Bundesanwalt Herbert Diemer die Ansicht der Anklage, der NSU habe autonom gehandelt.

Die Angeklagten sollen für die Morde an acht Türken, einem Griechen und einer deutschen Polizisten verantwortlich sein. Die Tochter des ersten Mordopfers Enver Simsek bezeichnete den ersten Tag als “sehr, sehr anstrengend und belastend.» Das Auftreten einiger Angeklagten sei «provokant» gewesen.

Vor dem Gericht demonstrierten Angehörige der türkischen Gemeinde in Deutschland. Auch fünf Abgeordnete aus der Türkei sind nach München gekommen, um den Prozess zu beobachten. Neben den zumeist friedlichen Protesten gab es vereinzelt kleinere Tumulte.