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EZB-Direktor Asmussen: Zypern noch nicht aus dem Schneider

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EZB-Direktor Asmussen: Zypern noch nicht aus dem Schneider

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Die Lage in Zypern ist nach Ansicht von Jörg Asmussen, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), nach wie vor prekär – auch nach dem Rettungspaket von 10 Milliarden Euro. Der Bankensektor sei noch nicht stabil und im rapiden Niedergang, so Asmussen vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments. Die Abhängigkeit der größten Bank des Landes, der Bank of Cyprus, von Notkrediten der nationalen Notenbank sei nach wie vor “außergewöhnlich hoch”.

Zypern sei schon Monate vor der Zuspitzung wegen seiner “übermäßige Ungleichgewichte” verwarnt worden, erklärte EU-Kommissar Olli Rehn – und dass bei einem “weiter so” finanzielle Hilfe “unvermeidlich” würde.

Das Rettungspaket für Zypern und vor allem die Krisenkommunikation der Troika waren im Europaparlament heftig kritisiert worden.

Asmussen sprach sich bei der Gelegenheit wieder für einen Abwicklungsmechanismus “unter einer starken und einheitlichen Aufsicht im Zentrum” aus. Die Episode in Zypern habe gezeigt, wie nötig es sei, ein klares Regelwerk zu haben, wie Banken abgewickelt, in welcher Reihenfolge und auf wen die Verluste verteilt würden.

Asmussen kündigte auch an, dass die Missionen der sogenannten Troika aus EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds zu Ende gehen würden, wenn der Rettungsfonds ESM zu einer vollen EU-Institution geworden sei. Allerdings sollte die Arbeit der Troika nicht mitten in der Krise beendet werden.