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Frauenpower und coole Beats auf dem Festival "Nuits Sonores"

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Frauenpower und coole Beats auf dem Festival "Nuits Sonores"

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Heiße Rhythmen, starke DJs und schweißtreibende Nächte verspricht das Festival für Elektronische Musik “Nuits Sonores” in Lyon.Das Programm ist nach allen Seiten offen, um zu zeigen, worauf das Tanzvolk rund um den Globus abfährt.

Sechs Tage dauert der Musikmarathon an mehreren Veranstaltungsorten im Stadtzentrum. Zum Auftakt stand geballte Frauenpower im Rampenlicht.
Im Publikum ein bekanntes Gesicht, Joschka Fischer! Nicht nur um Musik geht es beim Festival, auch um kulturellen Austausch, auf dem parallel stattfindenden Forum “European Lab” mit dem ehemaligen deutschen Außenminister als Ehrengast.
“Was Europa braucht, ist ein Blick auf sich selbst. Und auf sich selbst heißt: auf die Diversität. Die schreckliche Seite der Diversität ist der Nationalismus. Aber die Diversität grundsätzlich ist positiv. Und ich denke, gerade so ein Festival wie dieses kann auch neue Anregungen geben.”

Selbst das Tanzbein schwingen wollte Joschka Fischer dann doch nicht, wohl aber zuhören bei der rein weiblichen Auswahl des Eröffnungsabends.

DJ Diane zum Beispiel aus Lyon. Die 26-Jährige studierte eigentlich Klavier am Konservatorium, geriet jedoch in eine Sinnkrise und entdeckte auf der Tanzfläche ihre Liebe für Elektrobeats. “So zu tanzen, das war für mich eine wahre Entdeckung. So habe ich elektronische Musik kennengelernt und gemerkt, dass das mein Ding ist. Das war wie eine Offenbarung. Ich wollte mit Musik zu tun haben, aber auf meine Weise.”

Kid A, auch bekannt unter dem Namen Anni T, kommt aus Virginia und zaubert auf der Bühne eine Klangwolke aus elektronischen Wellen, minimalistischen Jazzfetzen und Trip Hop. Sie tritt am liebsten vor europäischem Publikum auf. “Ich glaube, dass die Leute hier offener und empfänglicher für neue Klänge sind, als in Amerika, wo Mainstream und Top Charts den Ton angeben. Alle wollen nur diese Fast Food Musik. Wenn ich nach Europa komme, gefällt mir diese Offenheit.”

Auch Delphine, alias P.I.L.A.R., stammt aus Lyon und studierte ursprünglich klassischen Gesang.
Das Herz der Französin schlägt für den coolen Sound der 80er und 90er Jahre. Kultbands wie New Order und Kraftwerk gehören zu ihren Vorbildern. Gibt es für sie einen Unterschied zwischen männlichen und weiblichen DJs? “Ich habe da noch keinen Unterschied festgestellt. Man muss sich ausdrücken und zu sich stehen, zu seiner Persönlichkeit, einen eigenen Klang und eine eigene Ästhetik haben.”

DJ Rag kommt aus Paris und hat ein Faible für Disko-Musik. Sie engagiert sich außerdem in einem Künstlerkollektiv für Frauen. Musik, sagt sie, mache nur Sinn, wenn das Publikum mit geht. “Es gibt immer noch viele DJs, die nur an sich selbst denken, die sich selbst beim auflegen zuschauen. Und das ist für einige Leute ein Problem. Der Schlüssel zum Erfolg ist, dass man auf die auf der Tanzfläche Leute achtet, und erkennt, was den Leuten am meisten Spaß macht.”

Das Festival feiert seine nunmehr 11. Ausgabe. Das Programm macht auch die vielseitigen Wurzeln der elektronischen Musik deutlich, die bis in die 70er Jahren reichen, Festivalgründer Vincent Carry erläutert:
“Der Unterschied zwischen damals und heute ist, dass Techno und elektronische Musik ein viel breiteres kulturelles Spektrum haben. Das Genre hat sich vermischt mit anderen Sparten. Die Musiker lassen sich heute nicht so einfach einordnen, haben immer persönlichere und außergewöhnlichere Projekte. Diese Vielseitigkeit ist ein Traum für jeden Festivalorganisator!”

Das Festivalprogramm der Nuits Sonores