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ByeAlex, der ungarische Überraschungskandidat

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ByeAlex, der ungarische Überraschungskandidat

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ByeAlex, alias Alex Márta, ist der etwas andere Bewerber beim diesjährigen Eurovision Song Contest.
Der studierte Philosoph mit Bart und Kastenbrille schaffte es beim ungarischen Vorentscheid in die Endauswahl und darf nun sein Land beim diesjährigen Schlagerwettbewerb im schwedischen Malmö vertreten. “Kedvesem” heißt der Song, das bedeutet “Liebling”. Eine Eigenkomposition dargeboten mit viel Fingerspitzengefühl. “In einer etwas schwierigen Phase schuf ich mir ein ideales Wesen, das jeder von uns in seinem Leben haben sollte”, erklärt Alex. “Es ist eine ausgedachte Figur in einer idealisierten Welt. Viele Leute sprechen auch von einer Märchenfigur, vielleicht weil sie sich nicht vorstellen können, dass es so eine Person im wahren Leben geben könnte. Aber es gibt sie, davon handelt dieser Song.”

Bescheidenheit ist das besondere Kennzeichen des 29-Jährigen. Seinen Song wollte gar nicht bei der Vorrunde im ungarischen Staatsfernsehen vorstellen, wurde jedoch von seinem Manager überredet. Die Jury fand das Lied zunächst nicht so gut. Dafür war das Publikum begeistert und hievte den Song per Televoting auf Platz eins.

Offensichtlich traf der sensible Titel genau den richtigen Nerv, meint der Sänger. “Die ungarische Popmusik ist stark verwestlicht, Songs müssen genauso klingen wie in Großbritannien und den USA. Der Unterschied ist, dass Popmusik in diesen Ländern zum Standard gehört. Bei uns gibt es das erst seit 10 oder 15 Jahren. Vielleicht wollten die Leute etwas anderes und haben deswegen nicht für einen konventionellen Popsong gestimmt, sondern ein Lied, dass eine Bedeutung für sie hat.”

In Malmö wird ByeAlex sein Lied auf jeden Fall auf Ungarisch singen, mit einem schwedischen Refrain zu Ehren des Gastgeberlandes.