Eilmeldung

Eilmeldung

"Lasst die Blumen blühen": PKK beginnt mit dem Rückzug aus der Türkei

Sie lesen gerade:

"Lasst die Blumen blühen": PKK beginnt mit dem Rückzug aus der Türkei

Schriftgrösse Aa Aa

Die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK hat an diesem Mittwoch offiziell mit dem Rückzug von Kämpfern aus der Türkei begonnen. In den kommenden Monaten sollen sie im Rahmen der Entspannungsbemühungen mit der Türkei in den Nordirak ziehen. Das türkische Militär hat im Gegenzug seine Wachposten im Südosten geräumt. Ein von der Armee als Wachmann rekrutierter Kurde hält in der Provinz Şırnak noch einsam die Stellung.

Er freut sich über die Entwicklung und sagt: “Wir haben vor dem Friedensprozess sehr gelitten. Aber jetzt geht es uns gut. Wir wollten die ganze Zeit über Frieden, wir wollen nichts ohne Frieden. Wir wollen keine leidenden Familien mehr sehen. Lasst die Kanonen schweigen und die Blumen blühen – wir möchten lieber im Frieden leben als im Konflikt.”

Viele Türken beobachten den Rückzug der kurdischen Rebellen mit gemischten Gefühlen. Neben Erleichterung gibt es auch immer wieder skeptische Töne zu hören, etwa hier in Istanbul.

Ein Passant meint: “Ich halte nichts von diesem Rückzug, ich glaube nicht, dass sie ihre Waffen niederlegen und sich über die Grenze zurückziehen. Ich denke, sie spielen nur mit uns.”

Ihre Waffen wollte die PKK anders als gefordert nicht abgeben, da sie befürchtete, möglichen türkischen Angriffen sonst wehrlos ausgesetzt zu sein. Auch hieß es von kurdischer Seite, Truppenbewegungen und der Einsatz von Drohnen behinderten den Abzug.

Der achte Mai wurde offiziell als Start des Rückzugs festgelegt. Tatsächlich soll er wegen der langen Wege, die zurückzulegen seien, schon vor längerem begonnen haben, sagen kurdische Politiker.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für eine Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Dieser Kampf soll nach den Worten des inhaftierten PKK-Anführers Abdullah Öcalan nun auf demokratischem Wege fortgesetzt werden.