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Nazi-Oper abgesetzt - Publikum traumatisiert

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Nazi-Oper abgesetzt - Publikum traumatisiert

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Nach Publikumsprotesten hat die Rheinoper in Düsseldorf die umstrittene Tannhäuser-Inszenierung vom Spielplan genommen. Der Mannheimer Schauspielchef Burkhard C. Kosminski hatte die Wagneroper mit drastischen Nazi- und Holocaust-Szenen auf die Bühne gebracht. Nachdem er sich “aus künstlerischen Gründen” weigerte, einzelne Szene zu entschärfen, setzte die Intendanz die Oper nur vier Tage nach der Premiere ab.

“Ich glaub’ nur, dass man auch im Schauspiel wie in der Oper konkrete Situationen schaffen muss. Es muss auch die Darsteller angehen und die Geschichte angehen und wenn es einfach ein romantischer Kitsch ist, hat’s keine Relevanz”, begründete Kosminski seine Weigerung, Szenen zu ändern. Gegenüber dem “Mannheimer Morgen” zeigt er sich “vollkommen schockiert” über die Absetzung und sprach von “einer Art von Zensur”. Die jüdische Gemeinde und Kulturpolitiker äußerten Verständnis für die Entscheidung.

Die Oper kündigte an, den Tannhäuser nur noch als Konzert aufzuführen. Die Premiere hatte am vergangenen Samstag wegen der krassen Darstellung von SS-Schergen, Nazi-Morden und Tod in Gaskammern Empörung bei vielen Zuschauern ausgelöst. Einige Premierenbesucher hatten sich traumatisiert in ärztliche Behandlung begeben.

Weiterführende Links

Deutsche Oper am Rhein

Inszenierung abgesetzt – Kosminski schockiert (Mannheimer Morgen)