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Brasilien auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft

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Brasilien auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft

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In Brasilien läuft der Countdown für den Konföderationen-Pokal, der am 15. Juni beginnt. Im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro soll am 30. Juni das Finale ausgetragen werden, auch die beiden besten Mannschaften der Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr werden hier aufeinander treffen. Am 2. Juni soll das Stadion eingeweiht werden. Maracana-Star Zico hofft, es wird eine Revanche für die Heimniederlage 1950 geben: “Mein Vater hat das Spiel Brasilien gegen Uruguay im Maracana-Stadion gesehen. Er hat immer gesagt, es sei der größte Kummer seines Lebens gewesen”, sagt er, “als ich ein Kind war, erzählte er mir immer von einem vollen Stadion, gut 200.000 Leute hätten vor Kummer geweint. Das Land hatte an einen Sieg geglaubt. Es war der traurigste Tag seines Lebens.”

64 Jahre später erhält Brasiliens Nationalmannschaft nun eine neue Gelegenheit, die WM zu Hause zu gewinnen. “Für mich ist das ein Traum, alle Länder wollen den Titel gewinnen”, sagt Jungstar Neymar, “für uns ist das wichtiger, denn es ist unser Land. Wir haben eine große Verantwortung, der Druck ist höher als für die anderen, wir sind zu allem bereit,”

Keines der Stadien ist rechtzeitig fertig geworden. Der Termin für das Maracana-Stadion wurde dreimal verschoben, der zweite Testlauf abgesagt. Nun soll es der FIFA am 24. Mai übergeben werden, aber auch das ist unsicher. Die sechs Stadien, in denen der Konföderationen-Pokal ausgetragen wird, müssen umgebaut werden, damit sie den Standards der FIFA entsprechen. Die Reserve-Bänke etwa entsprechen nicht der Norm des Weltfußballverbandes.

Belo Horizonte hat Probleme mit der Zugänglichkeit und muss um seine Zulassung fürchten. Das Eröffnungsstadion in Brasilia ist noch nicht fertig, die FIFA denkt bereits darüber nach, nur in fünf Stadien spielen zu lassen. Brasiliens stellvertretender Sportminister, Luis Fernandes, meint: “Diese Stadien sollten im Dezember fertig sein, das waren sie aber nicht. Das hat auch Folgen für unsere Planung, denn wir können keine Testspiele mehr organisieren. Wir müssen sie aber testen, so kurz vor dem Konföderationen-Pokal.” Ricardo Trade, Chef des Organisationskomitees der Weltmeisterschaft, sieht das so: “Wir haben entschieden, dass wir die sechs Stadien für das Turnier behalten. Vorher dachten wir daran, fünf oder sogar nur vier zu nutzen. Aber im Oktober haben wir beschlossen, in sechs Stadien zu spielen. Wir haben also keine Wahl, keinen Plan B.”

Zusätzlich zu den Termin-Problemen müssen die Organisatoren sich mit der geographischen Verteilung der Austragungsorte auseinandersetzen. Länder wie die USA, Süd-Afrika oder Frankreich begnügen sich mit neun oder zehn Austragungsorten, Brasilien will zwölf. Das trifft nicht überall auf Zustimmung. Ricardo Trade: “Wir sind ein großes Land, wir sind nicht nur Rio de Janeiro oder Sao Paulo. Also werden wir der Welt Mato Grosso zeigen und Manaus, das sind fantastische Städte.” Zico sieht das anders: “Einige der Gastgeberstädte haben noch nicht einmal Fußballvereine, die im brasilianischen Fußball etwas bedeuten”, sagt er. Der ehemalige Stürmerstar Romario stimmt ihm zu: “Brasilia, Mato Grosso, Manaus und Natal sind unnötige Stadien. Die Regierung will 400 Millionen Euro für jedes ausgeben und nach der WM wird dort kein Fußball mehr gespielt.”

Der Traum vom Finale im Maracana-Stadion findet immer weniger Zustimmung in der Bevölkerung. Die Brasilianer haben genug von den Streitereien um Stadien, öffentliche Investitionen und Verspätungen. Nur unter einer Bedingung kann sich das ändern, meint Zico: “Die Brasilianer sind sehr pessimistisch. Nur wenn die brasilianische Nationalmannschaft gut spielt und gewinnt, dann wird sich das ändern.”