Eilmeldung

Eilmeldung

Sir Alex Ferguson, das Ende einer Ära

Sie lesen gerade:

Sir Alex Ferguson, das Ende einer Ära

Schriftgrösse Aa Aa

Seit mehr als 26 Jahren ist Sir Alex Ferguson Cheftrainer von Manchester United. Eine Tribüne ist nach ihm benannt, sogar eine Ferguson-Statue steht vor dem legendären Stadion Old Trafford. Unfassbare 48 Titel hat Ferguson in seiner einzigartigen Trainer-Karriere geholt, allein 13 Mal wurde der Schotte mit ManU englischer Meister. Am 19. Mai wird er zum letzten Mal auf der Bank in der Premier League Platz nehmen. Ganz verloren geht er dem Verein nicht. Ferguson, der wie kein zweiter Trainer einen der erfolgreichsten Vereine Europas und auf der
Welt geprägt hat, wird Englands Rekordmeister als Botschafter und Aufsichtsratsmitglied erhalten bleiben.

euronews:
Es war eine bedeutsame Woche für Manchester United. Nun ist es raus, Sir Alex Ferguson wird sich zur Ruhe setzen und David Moyes vom FC Everton wird sein Nachfolger. Sir Alex war eine Klasse für sich. Seit 27 Jahren ist er der Cheftrainer von ManU. Eine unglaublich schwierige Herausforderung also nun für David Moyes. Wir sprechen mit unserem Kollegen Joe Allen aus der Sportredaktion. Joe, was können wir von David Moyes erwarten?

Joe Allen:
Das ist eine echte Herausforderung. Eine Herausforderung für jeden, der ein Weltklasse-Team übernimmt. Ich denke aber, dass er die besten Voraussetzungen mitbringt um erfolgreich zu sein. Natürlich ist das auch ein Verdienst von Sir Alex Ferguson, mit der Fußball-Philosophie und dem Erbe, das er hinterlässt.
Dies wird David Moyes sehr helfen. Die Einstellung niemals aufzugeben, sorgt für Ehrfurcht bei den Gegnern. Es ist egal, ob ManU kurz vor Schluss mit zwei Toren zurückliegt, Manchester United wird nie aufgeben. Das ist die Mentalität, die im Klub von den Jugend-Teams an, tief verankert ist.
Deshalb kann sich Moyes bei Ferguson für diese tolle Ausgangslage bedanken.

euronews:
Beide kommen aus Schottland, beide haben einen ähnlichen Kleiderstil und beide haben eine ähnliche Herkunft. Aber wie ungewöhnlich ist es denn, einem neuen Trainer gleich einen 6-Jahresvertrag zu geben, der rund 35 Millionen Euro wert ist ?

Joe Allen:
Das ist eine Demonstration des Vertrauens, denn es ist schon eher ungewöhnlich gleich einen solch langfristigen Vertrag zu bekommen. Aber das zeigt eben nur das Vertraunen von United in Moyes. Man darf nicht vergessen, dass Moyes und Ferguson sich seit langer Zeit kennen. Als David Moyes zum Beispiel seinen Trainer-Schein beim schottischen Fußballverband machte, war Ferguson für die Ausbildung zuständig. Sir Alex Ferguson hat Moyes nie aus den Augen verloren. Ende der 90er Jahre hatte Moyes sogar das Angebot, als Assistent von Ferguson bei ManU einzusteigen. Am Ende übernahm Steve McClaren den Posten. Auf Moyes hatte United also immer ein Auge geworfen. Für viele Spieler und Trainer ist er einfach der perfekte Nachfolger, daher haben eine Menge Leute Vertrauen in Ihn.

euronews:
Ohne Zweifel wird er nun einem unglaublichen Druck ausgesetzt sein. Nicht nur, dass er jetzt mit Superstars zurecht kommen muss, sondern er wird auch den Druck der Klub-Oberen spüren. Auch Ferguson wird sich wohl kaum zurückhalten mit eventueller Kritik.

Joe Allen:
Das ist wohl wahr, denn Ferguson tritt ja nicht völlig ab von der Fußball-Bühne.
Er wird nun Aufsichtsratsmitglied und Botschafter des Klubs. Aber er weiß genau, wie der Klub im Inneren funktioniert und er kennt die dazugehörigen ethischen Prinzipien des Klubs. Daher denke ich, dass er seine Rolle nicht als großer Kritiker ausnutzen wird, der über David Moyes steht. Ich bin mir sicher, dass er Moyes voll respektiert und ihm gegenüber fair bleiben wird.

Außerdem hat Moyes gebührenden Respekt vor Ferguson. Sollte er jemals einen Rat brauchen, dann wird er schon selbst zu Ferguson gehen und ihn fragen. Ich denke, dass wird kein Problem für ihn sein, auch der Umgang mit den Stars wird kein Problem. Moyes und Ferguson sind in der Tat wirklich sehr ähnliche Typen, sie haben beide einen standhaften Charakter, behandeln alle Spieler gleich und für beide Trainer gilt klar die Prämisse, kein Spieler ist größer als der Klub.
Aufgrund dieser Voraussetzungen passt David Moyes perfekt zu Manchester United.

euronews:
Danke Joe für deine Einschätzungen. Während momentan also alle über den deutschen Fußball reden, werden die Augen in der nächsten Saison wohl häufig Richtung Old Trafford gerichtet sein.