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Berufungsprozess gegen Topterrorist "Carlos" beginnt

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Berufungsprozess gegen Topterrorist "Carlos" beginnt

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In Frankreich wird der Prozess gegen den Topterroristen Ilich Ramirez Sanchez alias “Carlos” neu aufgerollt: Der Venezolaner, der zwei lebenslange Haftstrafen absitzt, ist gegen die Verurteilung wegen Anschlägen in den achtziger Jahren in Berufung gegangen.

Zum Prozessauftakt verzichtete er überraschend auf seine Verteidiger und verlangte Pflichtverteidiger, weil sein Heimatland Venezuela nicht für seine Anwaltskosten aufkommen wolle.

“Carlos” sieht sich nicht als Terrorist, sondern als “Freiheitskämpfer”.

Françoise Rudetzki von der Terroropfervereinigung SOS Attentats erklärte am Rande des Prozesses:

“Bei ‘Carlos’ haben wir die Hoffnung aufgegeben. Ich hoffe bloß, dass er die Opfer ein bisschen mehr respektiert als beim Prozess in der ersten Instanz. Da hat er erklärt, dass die Opfer letztlich nur Kollateralschäden seien. Ich hoffe, dass er reifer geworden ist, dass er nachgedacht hat, dass er die Opfer nicht mehr verachtet, sondern sie respektiert, wie wir die Rechte der Verteidigung respektieren.”

Bei den Anschlägen 1982 und 1983 in Frankreich waren elf Menschen ums Leben gekommen und mehr als hundert verletzt worden. “Carlos” wollte damit Komplizen, darunter seine deutsche Ehefrau, freipressen. Auch der Freispruch für die Deutsche Christa Fröhlich in Zusammenhang mit einem der Anschläge wird neu verhandelt. Die in Deutschland lebende Frau wollte dem Prozess fernbleiben.