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Anklage im Neonazi-Prozess verlesen

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Anklage im Neonazi-Prozess verlesen

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In München ist der Neonazi-Prozess gegen Beate Zschäpe und vier Mitangeklagte fortgesetzt worden. Nach einigen Änderungsanträgen von Seiten der Verteidiger verlas Bundesanwalt Herbert Diemer die Anklage gegen die Hauptangeklagte Beate Zschäpe sowie vier weitere Beschuldigte, die ebenfalls und teils vermummt vor Gericht erschienen.

Diemer warf Zschäpe im Namen der Bundesanwaltschaft Mittäterschaft bei allen Taten des “Nationalsozialistischen Untergrunds” (NSU) vor. Gemeinschaftlich mit den gestorbenen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos habe sie unter anderem zehn Morde begangen. Auch Angehörige der Opfer waren wieder unter den Beobachtern des Prozesses, wie dieser Anwalt eines türkischen Opfers sagte.

Zschäpe selbst äußerte sich nicht. Sie habe in keiner Weise aufgewühlt gewirkt, erzählen Beobachter, selbst gegenüber den Angehörigen der Opfer. Stephan Lucas, der Anwalt des ersten NSU-Toten, nannte Zschäpes Auftreten “entspannt.”

Inzwischen gibt es fast 90 Nebenkläger, sie werden von 62 Anwälten vertreten. Unter anderem wurde gefordert, das Kreuz im Gerichtssaal abzuhängen, da es die Religionsfreiheit eines türkischen Mandanten verletze, so ein Anwalt. Die Kläger fordern außerdem Aufklärung darüber, ob der NSU noch weitere Unterstützer hatte und welche Rolle Mitarbeiter von Nachrichtendiensten spielten. Etwa 380 Polizisten waren im Einsatz, um einen störungsfreien Prozess zu garantieren. Vor dem Gericht waren wieder einige Demonstranten versammelt.

Weiterführende Links

Seite der Bundesanwaltschaft mit Presseerklärung zur Anklage
Seite des Oberlandesgerichts in München