Eilmeldung

Eilmeldung

Politische Schlammschlacht nach Randale bei PSG-Siegesfeier

Sie lesen gerade:

Politische Schlammschlacht nach Randale bei PSG-Siegesfeier

Schriftgrösse Aa Aa

Nach der Randale bei der Siegesfeier des neuen französischen Fußballmeisters Paris Saint-Germain in Paris folgt die politische Schlammschlacht: Sogar Rücktrittsforderungen an den Innenminister wurden laut. Die Feier am Montagabend war wegen Ausschreitungen nach nur wenigen Minuten abgebrochen worden.

Kehraus am Tag danach: “Das war Krieg, unvorstellbar”, erzählt eine Pariserin. “Die Polizei stand da, hinter ihren Schutzschilden. Die Randalierer hatten alle Zeit, kaputtzuschlagen, was sie wollten. Niemand ist gekommen und hat versucht, sie zu stoppen, niemand!”

Krawall statt Fußballfest – mit mehr als dreißig Verletzten und knapp vierzig Festnahmen. Die Opposition, aber auch Polizeigewerkschaften werfen der Regierung vor, das drohende Ausmaß der Gewalt unterschätzt zu haben.

“Was gestern passierte, ist äußerst schwerwiegend. Denn es hat leider die Unfähigkeit des Innenministers und insbesondere des Polizeipräfekten gezeigt, gemäß unserer Vorstellung von Staatsautorität die Sicherheit von Personen und Gütern in diesem Viertel der Hauptstadt zu gewährleisten”, kritisiert der konservative Oppositionsführer Jean-François Copé.

Replik von Innenminister Manuel Valls: “Ich höre von einigen Rechten, von der Opposition, von der extremen Rechten, dass die Polizei ihre Arbeit nicht gemacht hat. Schon vor wenigen Wochen haben dieselben Abgeordneten die Polizei bei ihrem Umgang mit den Demonstrationen gegen die Homosexuellen-Ehe in Zweifel gezogen. Es wird heute also nicht der Innenminister angezweifelt, sondern die Sicherheitskräfte. Das ist inakzeptabel von Seiten Abgeordneter.”

Valls, der als potentieller Premierminister gehandelt wurde, weist die Rücktrittsforderungen zurück. Er hat einen detaillierten Polizeibericht angefordert. Der Pariser Polizeipräfekt hat weitere Feiern von Paris Saint-Germain auf öffentlichem Terrain verboten.