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Streikende Griechen: "Die Regierung handelt wie die Militärjunta 1967"

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Streikende Griechen: "Die Regierung handelt wie die Militärjunta 1967"

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In Griechenland haben mehrere tausend Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gegen die Entscheidung der Regierung protestiert, alle Gymnasiallehrer zum Dienst zu verpflichten. Die Mehrparteienkoalition hatte zu diesem Mittel gegriffen, um einen bevorstehenden Streik der Gymnasiallehrer zu verhindern. Die Gewerkschaft der Gymnasiallehrer hatte aus Protest gegen Lohnkürzungen und Entlassungen eine ganze Reihe von Streiks angekündigt.

“Die Koalition bereitet Massenentlassungen und Privatisierungen vor, die nicht nur den Arbeitern, sondern der Gesellschaft als Ganzem schaden”, glaubt Krankenpfleger Manolis Patavakis.

“Das ist verfassungswidrig und inakzeptabel. Das darf nicht passieren. Die Menschen müssen reagieren und zusammen kämpfen, um das zu verhindern. Es liegt in unseren Händen. Wir reden hier über eine neue Junta, so wie die Militärjunta, die von 1967 bis 74 regiert hat”, sagt der pensionierte Bankangestellte Vassilis Pappavassiliou.

Ärzte, Lehrer und Verwaltungsangestellte legten die Arbeit nieder und demonstrierten in Athen. Allerdings ist festzustellen, dass den Streikaufrufen der Gewerkschaften immer weniger Menschen Folge leisten. Zum einen, weil die Regierung sich nicht von ihren Sparmaßnahmen abbringen lässt, zum anderen, weil immer weniger Menschen sich eine Lohneinbuße leisten können.

Die Lehrergewerkschaft protestiert gegen das Vorhaben der Regierung, die Arbeitszeit für Gymnasiallehrer um zwei Wochenstunden zu erhöhen. Damit würde die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Gymnasiallehrern in Europa erreicht werden. Gleichzeitig will die Regierung 4.000 Lehrer in die Provinz versetzen. Das würde es ermöglichen rund 10.000 Teilzeitstellen für Lehrer einzusparen.

Weiterführender Link
Griechische Föderation der Lehrer an staatlichen Gymnasien (griechisch/englisch)