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Der musikalische Fluch des Chilly Gonzales

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Der musikalische Fluch des Chilly Gonzales

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Sein komödiantisches Talent ist unbestreitbar – auch wenn man sich nie so ganz sicher sein kann, ob Chilly Gonzales gerade ernst meint, was er tut.

Das Künstlerdasein sieht er als zweischneidiges Schwert:

“Es ist fast wie ein psychischer Defekt, das Verlangen nach der Bühne. Es ist nicht gefährlich. In jedem Musiker steckt ein kleiner Psychopath: Nacht für Nacht kommen wir auf die Bühne, um das Echo der Zuschauer zu genießen.
Die Beziehung zwischen Künstler und Publikum ist komplex: Man möchte etwas teilen, aber dafür auch etwas bekommen, das man braucht. Deshalb kämpfen wir so hart. Ich würde mir mehr Musiker wünschen, die zugeben, dass sie unter diesem Fluch leiden.”

Musik ist für Chilly Gonzales auch die Möglichkeit, seine dunkle Seite auszudrücken:

“Dur erscheint mir falsch. Es kommt mir immer ein bisschen wie falscher Optimismus vor. Moll finde ich anziehend.
Wenn Menschen sich durch Musik ausdrücken, dann geht es hauptsächlich um Gefühle wie Frust, Trauer und Eifersucht. Es geht um negative Gefühle. In der Musik kann das sehr effektiv sein, weil wir diese Gefühle sonst nicht zeigen dürfen.”

Im Mai und im Juni gibt Chilly Gonzales sechs Konzerte in Deutschland und in Österreich.