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Menschenrechtler besuchen Folterkeller von syrischem Geheimdienst

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Menschenrechtler besuchen Folterkeller von syrischem Geheimdienst

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Aktivisten der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch haben im ostsyrischen Raqqa leerstehende Gebäude besichtigt, in denen früher die syrischen Sicherheits- und Geheimdienste saßen – und in denen Gefangene eingesperrt und gefoltert worden sein sollen. Die Aktivisten sagen, sie hätten zahlreiche Dokumente und Gegenstände gefunden, die genau das belegen.

Lama Fakih: “Als wir im Gebäude waren, fanden wir zu Beispiel Unterlagen der Geheimdienste über die einzelnen Fälle. Wir konnten Isolationshaftzellen sehen, wo die Gefangenen festgehalten wurden. Wir konnten Befragungszimmer und Folterräume sehen.”

Ein gefundener Gegenstand, eine Art Holzkreuz mit dem euphemistischen Namen “Fliegender Teppich”, soll zum Festbinden und zum Zerren oder Verbiegen von Gliedmaßen genutzt worden sein. Die Menschenrechtler sagten, die gefundenen Werkzeuge entsprächen dem, was sie zuvor von Gefangenen und Gefolterten gehört hätten.

Der ehemalige Gefangene Ahmed berichtet von seiner Erfahrung: “Ich habe Leute gesehen, denen die Fingernägel herausgerissen worden waren. Die neuen Nägel kamen durch das wuchernde Fleisch durch. Bei diesem Anblick denkt man, das ist nicht menschlich. Manche Leute waren acht oder elf oder 13 Jahre hier, gefangen zwischen vier Wänden.”

Der Besuch fand bereits im April dieses Jahres statt, erst jetzt wurde darüber berichtet. Die Aktivisten der in New York ansässigen Menschenrechtsorganisation gelangten mit Hilfe von Rebellen in die Gebäude in Raqqa. Der Ort ist seit Februar unter Kontrolle der Regimegegner.

Weiterführender Link

Bericht auf der Seite von Human Rights Watch