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Italien: Protest gegen Sparpolitik und Arbeitslosigkeit

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Italien: Protest gegen Sparpolitik und Arbeitslosigkeit

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Einige Tausend Menschen haben in Rom gegen Sparpolitik und die hohe Arbeitslosigkeit im Land protestiert. Vom neuen Ministerpräsidenten Enrico Letta, den viele als von Berlusconi ferngesteuert ansehen, forderten sie, mehr für die Schaffung von Arbeitsplätzen zu tun. Der Linke Letta ist seit kaum einem Monat an der Spitze einer Großen Koalition mit Berlusconis rechter PDL. Seither sank die Zustimmung im Volk von 43 auf 34 Prozent.

Maurizio Landini, Chef der Metaller-Gewerkschaft FIOM: “Wenn diese Regierung etwas bewegen will, muss sie sich vom Vorgehen der Monti- und Berlusconi-Regierungen wegbewegen und sich auf neue Politik konzentrieren. Ich weiß nicht, ob sie das können, aber es wäre das, was das Land braucht und deshalb sind wir heute hier.”

Die arbeitslose Demonstrantin Annamaria Parigi: “Sie machen ihr Ding auf dem Rücken der Arbeiter und Arbeitslosen, auf Kosten derer, die in Frührente geschickt wurden und keinen Job oder keine Rente haben, es sind verzweifelte Leute. Immer mehr Menschen bringen sich um, weil sie keinen Job haben oder arm sind. Ich denke, die Regierung sollte sich selbst ein paar Fragen stellen.”

Nach Polizeiangaben verlief die Demonstration friedlich. Letta hatte zum Amtsantritt versprochen, Jobs ganz oben auf die Agenda zu setzen. Die Demonstranten klagen, er kümmere sich statt dessen ums Thema Steuern. Gerade wurde die Eigenheimsteuer ausgesetzt.
Die Jugendarbeitslosigkeit in Italien liegt derzeit bei rund 38 Prozent. Das Land steckt in der längsten Rezession seit Beginn der Aufzeichnung in den Siebzigerjahren.