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Ein Toter bei Straßenschlachten zwischen Salafisten und Polizei in Tunesien

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Ein Toter bei Straßenschlachten zwischen Salafisten und Polizei in Tunesien

Ein Toter bei Straßenschlachten zwischen Salafisten und Polizei in Tunesien
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Nach dem Verbot eines Salafisten-Kongresses ist es am Rande der tunesischen Hauptstadt zu Straßenschlachten zwischen radikalen Islamisten und Sicherheitskräften gekommen. Dabei gab es einen Toten und mehr als ein Dutzend Verletzte. Die radikalen Islamisten hatten in einem Vorort von Tunis Straßenblockaden errichtet und Molotowcocktails geworfen. Polizei und Militär setzten daraufhin Tränengas und Gummigeschosse ein.
Auch in Kairouan, wo die salafistische Gruppe Ansar al-Scharia ursprünglich ihre Jahresversammlung abhalten wollte, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Viele Einheimischen haben nichts für die Anliegen der Al-Quaida-nahen Islamisten übrig. “Wer braucht schon einen islamistischen Staat,” fragte ein älterer Mann auf der Straße. “Ein geregeltes Einkommen und Sicherheit, das ist es, was wir brauchen. Stabilität in der arabischen Welt!” Und ein Polizist ergänzte: “Wir sind hier, um dem Treiben ein Ende zu machen, und wir bleiben einen Monat lang, wenn es sein muss. Die Gesetze müssen befolgt werden.” Die gemäßigt islamistische Regierung hatte sich bereits in den vergangenen Monaten immer wieder klar von den Salafisten distanziert und kündigte an, auch in Zukunft keine Erlaubnis für Kongresse von Ansar al-Scharia zu erteilen.