Eilmeldung

Eilmeldung

Israel bestreitet Schuld am Tod eines zwölfjährigen Palästinensers im Jahr 2000

Sie lesen gerade:

Israel bestreitet Schuld am Tod eines zwölfjährigen Palästinensers im Jahr 2000

Schriftgrösse Aa Aa

Die Bilder gingen um die Welt und wurden zum Symbol für die zweite Intifada: Der zwölfjährige Mohammed al-Dura wurde im September 2000 bei einem Schusswechsel mit Palästinensern im Gazastreifen vor laufenden Fernsehkameras von israelischen Soldaten getötet. Eine israelische Untersuchungskommission bestreitet das nun. Nach der Sichtung von bisher nicht veröffentlichten Bildern des französischen Fernsehsenders France 2 soll der Junge am Ende der Aufnahmen am Leben gewesen sein.

“Der Sender hat in seinem Rohmaterial Informationen, die zeigen, dass er sich nach seinem angeblichen Tod bewegt hat”, sagt Yossi Kuperwasser vom israelischen Ministerium für strategische Angelegenheiten, “er hat das absichtlich getan, das gibt Anlass zum Zweifel, ob er tatsächlich tot war.”

Der Vater des Jungen bekräftigte am Grab seines Sohnes, dass dieser am 30. September 2000 erschossen worden sei, die ganze Welt habe das gesehen. Er und der Kameramann, der die Szene seinerzeit gefilmt hatte, seien zu einer Untersuchung bereit, die internationalen Standards entspreche.

Die Israelis hätten immer wieder gesagt, sein Sohn sei noch am Leben, oder er sei von Palästinensern erschossen worden. Sie hätten ihn und seinen Sohn gefilmt, als seien sie Israelis und die Palästinenser hätten das Feuer auf sie eröffnet. Er habe sie gefragt, was denn mit dem Vater des Jungen geschehen sei, wenn dieser nicht als Märtyrer getötet worden sei.

Auch der Bürochef von France 2, Charles Enderllin, erklärte sich zu einer Untersuchung des Falls bereit. Sie müsse aber internationalen Standards entsprechen.