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Abschied vom Bankgeheimnis

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Abschied vom Bankgeheimnis

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Brüssel will das Bankgeheimnis für Bürger aus dem Ausland EU-weit abschaffen. Bis zum Jahresende sollen entsprechende Regeln vorliegen. Unter internationalem Druck lenkte nach Luxemburg auch Österreich ein, das bisher nicht am automatischen Austausch von Bankdaten teilnimmt. Im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Steuerflucht kam auch die Strategie des US-Konzerns Apple zur Sprache, der höhere Abgaben in den USA offenbar durch Tochterfirmen in Irland umgeht. Irlands Premierminister Enda Kenny bestritt Absprachen mit einzelnen Firmen: Die irischen Körperschaftssteuer-Regeln seien sehr klar und transparent. Der US-Senat wirft Apple allerdings vor, mit der Regierung in Dublin einen Steuersatz von weniger als zwei Prozent ausgehandelt zu haben. Detaillierte Informationen über das Finanzgebahren multinationaler Unternehmen seien nötig, so Carl Dolan von der Organisation Transparency International. In jedem Land, in dem die Unternehmen tätig seien, müsse man genau über ihre Steuern und Gewinne Bescheid wissen. Was Öl- und Gasgesellschaften oder Banken anbelange, habe man in der EU bereits einige Erfolge erzielt. Österreich und Luxemburg wahren bisher das Bankgeheimnis für Ausländer und erheben stattdessen eine anonyme Quellensteuer von 35 Prozent.