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Aufsicht der Vatikanbank verfolgt sechs verdächtige Transaktionen

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Aufsicht der Vatikanbank verfolgt sechs verdächtige Transaktionen

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Die neue Finanzaufsicht des Vatikans (AIF) hat im vergangenen Jahr in sechs Fällen verdächtigen Finanztransaktionen verfolgt und will den Kampf gegen Geldwäsche weiter verschärfen.

Die noch unter Papst Benedikt XVI. eingesetzte Finanzaufsicht hat vor allem die Vatikanbank IOR (Istituto per le Opere di Religione, Institut für die religiösen Werke) im Auge, die lange einen zweifelhaften Ruf wegen wenig transparenter Geschäfte hatte. Vor einem Jahr war der Präsident der Bank, Ettore Gotti Tedeschi, zurückgetreten.

Sie gehört juristisch dem Papst, veröffentlicht keine Bilanzen und wird von fünf Kardinälen geleitet.

Dass 2012 mehr Verdachtsfälle angezeigt wurden als zuvor, beunruhigt den Chef der Finanzaufsicht René Brülhart nicht, im Gegenteil:

“2012 haben wir sechs Berichte über verdächtige Transationen bekommen – 2011 hatten wir eine Verdachtsmeldung. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass das Berichtssystem beginnt, zu greifen.”

Der Heilige Stuhl habe eine moralische Verpflichtung, Geldwäsche und eine Finanzierung des internationalen Terrorismus zu unterbinden.

Man habe ein “Tiefen-Screening” begonnen, um in einigen Monaten ein genaueres Bild über die Kunden der IOR-Bank zu haben.

Das Ziel: Der Vatikan will auf die “Weiße Liste” jener OECD-Staaten, deren Finanzgebaren internationalen Standards genügen.

Mit dpa