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Ende des Geiseldramas in Ägypten

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Ende des Geiseldramas in Ägypten

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Das Geiseldrama in Ägypten ist unblutig zu Ende gegangen – zumindest für die verschleppten sieben Männer. Ihre Entführer, militante Islamisten, haben die vier Soldaten und drei Polizisten freigelassen. Diese trafen heute offenbar unverletzt auf dem Flughafen der Hauptstadt Kairo ein.

Präsident Mohammed Mursi empfing die Männer noch auf dem Rollfeld. Er hatte sich zu der Geiselkrise bislang nicht öffentlich geäußert hatte, nutzte jetzt aber die Gelegenheit, um sich als tatkräftiger Staatschef zu präsentieren. Auch die Opposition solle sich den Bemühungen um Sicherheit und Stabilität nicht verschließen, sagte er: “Wir arbeiten weiter daran, starke staatliche Strukturen aufzubauen und wir hoffen, dass die Parlamentswahlen bald stattfinden werden.“Die Muslimbruderschaft, die Mursi im vergangenen Jahr für die Präsidentschaftswahl nominiert hatte, erklärte, “die Weisheit und die Geduld” des Staatschefs hätten zu einem friedlichen Ende der Geiselkrise geführt.

Die Männer waren vor einer Woche im Norden der Sinai-Halbinsel zwischen Al-Arish und dem palästinensischen Rafah verschleppt worden. Ihre Entführer hatten versucht, mit den Geiseln die Freilassung inhaftierter Gesinnungsgenossen zu erzwingen. Ihre Freilassung verdanken die Männer zum einen einem Großaufgebot des ägyptischen Militärs, das nach ihnen suchte, aber auch der Vermittlung des Geheimdienstes und Stammesältester. Unklar bleibt, ob das Militär jetzt nach den Entführern suchen will oder ob sie straffrei ausgehen sollen.