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Nach dem Tornado der Wiederaufbau

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Nach dem Tornado der Wiederaufbau

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Zwei Tage nach dem Monstertornado über dem Großraum der US-Stadt Oklahoma City rechnen die Rettungskräfte nicht mehr damit, noch Überlebende oder Tote in den Trümmern zu finden. Die Kleinstadt Moore wurde besonders schwer getroffen, in ihr müssen weite Teile völlig neu wieder aufgebaut werden. Die Bewohner beginnen, die Trümmer ihrer Häuser aufzuräumen und sich auf den Wiederaufbau vorzubereiten. Wegziehen wollen die Einwohner nicht, trotz der Katastrophe.
“Wo sollen wir denn hin?”,fragt Bürgermeister Glenn Lewis. “Wir bauen alles wieder auf, vermutlich mit Schutzräumen in allen Häusern. Katastrophen können überall passieren, hier aber ist unser Zuhause.”

Wie der Nachrichtensender CNN am Mittwoch berichtete, sprach sich
Lewis dafür aus, dass neue Mehrfamilienhäuser künftig einen Schutzraum einrichten müssten. Bisher gab es keine solche
gesetzliche Anordnung.

Dennoch wurden Fragen laut, warum die meisten Häuser und
öffentliche Gebäude keine Schutzräume hatten, in denen sich die
Menschen hätten flüchten können. Die Region gilt als besonders
Tornado-gefährdet: Bereits 1999 fegte ein Tornado hinweg, der 46
Menschen tötete und rund 8000 Gebäude zerstörte.

Experten betonen, Keller und unterirdische Schutzräume böten den
einzigen wirkungsvollen Schutz bei Tornados. Aber nur etwa zehn
Prozent der Häuser in Moore hätten einen Keller. Medienberichten
zufolge hatten Menschen während des Sturms am Montag in ihrer
Verzweiflung versucht, sich in Tiefkühlschränken zu verschanzen.

Nach Angaben von Experten sind Schutzräume ein Problem in der Gegend: Aufgrund des felsigen Untergrundes in Oklahoma hätten nur wenige Häuser Keller, da diese in den Boden gesprengt werden müssten und daher sehr teuer seien.

Der tornadov ist vom US-Wetterdienst in die höchste Stufe der in den USA angewandten Fujita-Skala eingestuft worden. Er hinterließ eine zwei Kilometer breite und 27 Kilometer lange Schneise der Verwüstung. Nach Berechnungen von Meteorologen setzte der Sturm Energiemengen frei, die dem 8- bis 600-fachen der Atombombe von Hiroschima entsprachen.

Mit dpa