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Grandios und kontrovers, Richard Wagner zum 200. Geburtstag

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Grandios und kontrovers, Richard Wagner zum 200. Geburtstag

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Auch an seinem 200. Geburtstag polarisiert der deutsche Komponist Richard Wagner wie kein anderer, verehrt und umstritten wie eh und je. Den Einen gilt er als Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert, den anderen als Verfasser antisemitischer Hassschriften, von Nazis vergöttert.

Am 22. Mai 1813 kam Richard Wagner in Leipzig zur Welt. Seine Geburtsstadt tat sich lange Zeit schwer mit dem Erbe. Doch zum Jubiläumsjahr stehen die Zeichen auf Rückbesinnung. Das Besondere an Wagner sei seine Fähigkeit, die Gefühle des Zuhörers zu beeinflussen, erklärt Ulf Schirmer, Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig.
“Wagner besitzt in seinem Werk eine ungeheure Intensität und eine ungeheure psychische Glaubwürdigkeit. Er hat eine Art, Musik zu schreiben, die unsere Gefühle sehr direkt anspricht.”

Wer Wagner liebt, braucht gutes Sitzfleisch. Satte sechzehn Stunden dauert der “Ring des Nibelungen”, wenn man sich den vierteiligen Opernzyklus in einem Stück anschaut. Hilfreich sind dabei Kenntnisse der Sagenwelt.
Und dennoch, seine Musik war der Beginn der Moderne, sagt Ulf Schirmer.

“Ich glaube, dass nicht nur die moderne Musik, sagen wie mal in dem Getto ‘neue Musik’, sondern überhaupt Musik bis hin zu Pop und Rock ohne Wagner nicht denkbar ist. Er ist wichtige Entwicklungsschritte gegangen in seiner Harmonik, in seiner Direktheit, in seinem Theaterbombast, auf dem andere jetzt basieren, immer noch.”

Den 200. Geburtstag des Komponisten feiert Leipzig mit einer Festwoche. 70 Veranstaltungen stehen auf dem Programm, darunter Wagner-Aufführungen der Oper Leipzig, Konzerte des Gewandhausorchesters und ein Festgottesdienst mit dem traditionsreichen Thomanerchor.