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Island bricht Gespräche mit der EU ab

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Island bricht Gespräche mit der EU ab

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Islands neue Regierung hat die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union ausgesetzt. Die im vergangenen Monat gewählte Mitte-rechts-Koalition vereinbarte, über eine mögliche Wiederaufnahme der Verhandlungen in einem Referendum abstimmen zu lassen.

Sigmundur Gunnlaugsson ist Islands designierter Ministerpräsident: “Wir haben uns noch nicht für ein Datum für das Referendum entschieden. Zunächst informieren wir das Parlament über den Stand der Verhandlungen zwischen Island und der EU sowie die gegenwärtige Situation der EU, denn die hat sich seit dem Beitrittsantrag Islands drastisch verändert.”

Island hatte 2009 Vorverhandlungen über einen EU-Beitritt aufgenommen. Das war unter der im April abgewählten sozialdemokratischen Regierung. Seinerzeit erschien vielen Isländern der Euro attraktiver als die isländische Krone, denn im Jahr zuvor war das Land durch einen Bankenbankrott in eine schwere Finanzkrise geraten.

Angesichts der anhaltenden Krise in der Eurozone scheinen sich die Isländer von dem Projekt abzuwenden. Laut Umfragen unterstützt nur ein Viertel der Bevölkerung einen EU-Beitritt.