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Londoner Mordopfer war Vater eines kleinen Jungen

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Londoner Mordopfer war Vater eines kleinen Jungen

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Blumen liegen an dem Ort, an dem am Mittwoch ein britischer Soldat nahe seiner Kaserne im Londoner Stadtteil Woolwich ermordet wurde. Das Opfer: Der 25 Jahre alte Lee Rigby, der beim Royal Regiment of Fusiliers diente. Er war Vater eines zweijährigen Jungen. Rigby gehörte nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums seit sieben Jahren zur Armee. In dieser Zeit diente er in Afghanistan und war in Deutschland und Zypern stationiert.

Angriff mit Auto und Messern

Die Polizei versucht noch herauszufinden, was genau am Mittwochnachmittag geschehen ist. Zeugen sagen, zwei Männer fuhren den Soldaten mit einem Auto an, bevor sie ihn mit Messern angriffen. Dabei sollen sie “Allahu Akbar” geschrien haben. Etwa 20 Minuten später erreichten demnach Polizisten den Tatort, die beiden Angreifer wurden niedergeschossen. Es wird darüber debattiert, warum sie so lange brauchte. Zuvor konnte einer der beiden die Tat noch auf Film begründen.

“Ich entschuldige mich bei den Frauen, die dies mitansehen mussten, aber in unserem Land müssen Frauen dasselbe sehen. Setzt eure Regierungen ab, sie kümmern sich nicht um euch. Glaubt ihr, David Cameron wird in den Straßen angegriffen? Nein, es sind normale Leute wie ihr und eure Kinder. Also, werdet die Regierung los und sagt ihr, sie soll die Truppen abziehen, damit ihr alle in Frieden leben könnt.”

Spannungen nehmen zu

Nach der Tat wurden Vermutungen laut, es könnte sich um einen islamistischen Terrorakt handeln. Einer der mutmaßlichen Täter soll der 28jährige Michael Adebojalo sein, ein Brite nigerianischer Herkunft. Die Angreifer waren der Polizei schon vor der Tat bekannt. Das sagte Premierminister David Cameron, der gleichzeitig davor warnte, den Mord mit dem Islam in Verbindung zu bringen. Für die “widerwärtige” Tat seien einzig und allein die Täter verantwortlich, sie könnten sich nicht hinter der Lehre des Islams verstecken, so Cameron. Ähnlich äußerte sich auch Londons Bürgermeister Boris Johnson. Es sei falsch, sagte er, die Tat dem Islam oder der britischen Außenpolitik anzulasten. Schuld sei lediglich die verquere Geisteshaltung der Täter.

Einige Muslimische Führer in Großbritannien verurteilten die Attacke, sie sei nicht im Namen des Islam geschehen, so der Tenor. Der islamische Kommentator Mohammed Ansar sagte: “Wir sehen hier, wie sich die Spannungen hochschaukeln. Wir erleben viel Hysterie gegenüber Muslimen und dem Islam, Angst, Hass, Fremdenfeindlichkeit gegenüber Ausländern und Einwanderern. Das ist ein politischer Hexenkessel, wo diese Art von Taten enormen Schaden auslösen können, es besteht die Gefahr, dass die einzelnen Gesellschaftsgruppen aufeinander losgehen.”

Rückenwind für rechte Gruppen

Während die Polizei noch untersucht, ob die Tat Teil eines Terroranschlags war oder hier einsame Wölfe am Werk waren, gab es bereits zwei Angriffe auf Moscheen im Südosten Englands. Die rechte British National Party äußerte sich ablehnend zur Einwanderung und die islamkritische English Defense League (EDL) geriet mit der Polizei aneinander.

EDL-Anführer Tommy Robinson sagte: “Genug ist genug. Das ist unsere Botschaft, es reicht. Wir haben schwache Führer, eine schwache Polizei. Unsere Polizei, unsere Führer drücken sich vor diesem Thema. Es geht um den politischen Islam. Der politische Islam breitet sich in diesem Land aus.”

Rund 250 Anhänger der Defense League versammelten sich in der Nacht nahe dem Tatort zu einer Anti-Islam-Demonstration.

Weiterführende Links (englisch)

Informationen zu Lee Rigby auf der Homepage des britischen Verteidigungsministeriums
Informationen zu Lee Rigby auf der Homepage der British Army
Reaktion von David Cameron auf der Seite des Regierungschefs
Reaktion von David Cameron auf der Seite der konservativen Partei
Reaktion von Londons Bürgermeister Boris Johnson
Reaktion von Labour-Chef Ed Miliband
Statement von Nick Clegg, Chef der Liberaldemokraten
Reaktion der UKIP
Reaktion der British National Party
Reaktion der English Defense League
Reaktion der Islamic Society of Britain
Reaktion des Muslim Council of Britain
Website der Londoner Polizei mit Hinweisen