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Ukraine: Erste Gay Pride zum zweiten Mal abgesagt

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Ukraine: Erste Gay Pride zum zweiten Mal abgesagt

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Ein ukrainisches Gericht hat die für diesen Samstag in Kiew geplante Gay Pride Parade verboten. Grund sei das gleichzeitig stattfindende Fest zur Feier der Stadtgründung. Es wäre die erste Gay Pride in der Ukraine gewesen, wo Homosexualität zwar legal ist, aber weitgehend abgelehnt wird. Unter anderem von der Kirche.

Georgi Kowalenko, Erzpriester der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche Moskauer Patriarchats, sagte: “Damit werden keine Rechte verteidigt, das ist Propaganda für Sünde und Unzucht. Deshalb muss die Kirche sich dazu äußern. Es geht uns nicht nur um die Sünde einer Minderheit, sondern darum, bei der Mehrheit das Bewusstsein für die Sünde wiederzuerwecken.”

Aber nicht nur die Kirche stellte sich quer. Laut der Stadtverwaltung gingen im Rathaus mehrere hundert Beschwerdebriefe gegen die Gay Pride ein. Und auch aus dem Parlament habe es Gegenwind gegeben.

Homosexuellen-Aktivist Danil Los meinte: “Wenn ein Schwuler oder eine Lesbe sich in der Ukraine outet, sind das praktisch die Helden unserer Zeit. Es ist sehr schwierig, in einer komplett homophoben Gesellschaft wie der unseren offen schwul oder lesbisch zu sein.”

Die Veranstalter kündigten an, ihren “Marsch für die Gleichheit”, wie sie die Parade getauft hatten, an einem anderen Ort abzuhalten. Bereits vergangenes Jahr wurde eine Gay-Pride-Veranstaltung in Kiew wegen Sicherheitsbedenken abgesagt.