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Massenvernichtungswaffe Sarin

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Massenvernichtungswaffe Sarin

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Der Verdacht, dass im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen zum Einsatz kommen, ist kein neuer. Vermutungen und Anschuldigungen gab es stets, handfeste Beweise jedoch kaum. Im April hatte das belgische Fernsehen von einem mutmaßlichen Gebrauch derartiger Kampfstoffe im Norden Syriens berichtet.
In jener Reportage erklärte ein Arzt, wie den Betroffenen des vermeintlichen Sarin-Angriffes mittels der Verabreichung von Atropin das Leben gerettet wurde.

Sarin wurde Ende der 1930er Jahre von deutschen Chemikern entwickeln, die ursprünglich ein Insektenvernichtungsmittel herstellen wollten und entdeckten, dass sich der Stoff als Waffe eignete. Zum Einsatz kam die Substanz im Zweiten Weltkrieg aber nicht.

Gesicherte Erkenntnis bestehen darüber, dass das Regime des Saddam Hussein 1988 während des Irakkrieges neben anderen chemischen Waffen auch Sarin zu militärischen Zwecken nutzte.

Sarin ist farb-, geruch-, und geschmackslos. Eine Atemmaske allein reicht nicht, um sich gegen das Nervengift zu schützen. Denn auch über Hautkontakt kann der Stoff in den Körper gelangen. Darüber hinaus ist Sarin wasserlöslich und kann deshalb etwa dem Trinkwasser zugesetzt werden.

Bereits kleine Mengen sind tödlich. Ist der Körper mit Sarin in Berührung gekommen, versagen allmählich seine Funktionen.

Während des Kalten Krieges ließen sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion große Mengen des Kampfstoffes herstellen. Die britische Armee untersuchte in den 1950er Jahren die Wirkung des Giftes auf den Menschen, dabei kam 1953 ein Soldat ums Leben, nachdem dieser Sarin ausgesetzt worden war.

Die Vereinten Nationen stufen den Stoff offiziell als Massenvernichtungswaffe ein,
seit 1993 verbietet die Chemiewaffenkonvention den Einsatz von Sarin. Lediglich Angola, Nordkorea, der Südsudan, Ägypten, Somalia und Syrien haben diese Vereinbarung nicht unterzeichnet.

Bei den Anschlägen in der Tokioter U-Bahn 1995 setzte die Aum-Sekte Sarin ein und tötete 13 Menschen.

Durch die Chemiewaffenkonvention von 1993 wurde die Vernichtung der Sarin-Vorräte der unterzeichnenden Länder geregelt. In Syrien, das die Konvention nicht unterstützt, sollen – so schätzen Beobachter – nach wie vor mehr als 1000 Tonnen chemischer Kampfstoffe lagern, darunter Sarin.