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Reaktionen der Cannes-Gewinner: "Das haben wir nicht erwartet"

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Reaktionen der Cannes-Gewinner: "Das haben wir nicht erwartet"

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Strahlende Gewinner auf dem Roten Teppich von Cannes: Der frankotunesische Regisseur Abdelattif Kechiche und seine Hauptdarstellerinnen Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux. Für “La Vie d’Adèle” konnten sie den Hauptpreis mitnehmen, nicht ganz überraschend, aber am Ende doch eine Riesenfreude. Überrascht hat die Darstellerinnen dabei etwas anderes, nämlich der eigene Film.

Schauspielerin Adèle Exarchopoulos: “Es geht um Hingabe, Freude, Anerkennung. Dieser Film wurde mit dem Herzen gemacht … aber nicht nur. “

Schauspielerin Léa Seydoux: “Die Dreharbeiten haben sehr lang gedauert, fast fünfeinhalb Monate. Wir haben so viele Sache gedreht, und viele davon sind nicht im Film. Als ich und Adèle den Film zum ersten Mal gezeigt bekamen, haben wir nicht unbedingt “diesen” Film erwartet. Aber die Tatsache, dass die Presse ihn gut aufgenommen hat und dass die Leute ihn mögen, hilft uns, ihn auch zu mögen.”

Das Leben der 15jährigen Adèle wird auf den Kopf gestellt, als sie Emma trifft. Beide entdecken sich, die Liebe und das Leben. Das sorgt für reichlich Konflikte bei vielen, die mit der homosexuellen Beziehung der beiden Frauen wenig anfangen können. Adèle reift daran, droht zu scheitern, findet sich wieder, und wächst.

Beste Darstellerin: Bérénice Béjo

Als die Macher des Films “Le Passé” von Ashgar Farhadi vor der Verleihung auf dem Roten Teppich aufwarteten, wusste noch niemand, welche Preise der Streifen gewinnen würde – und ob er überhaupt bedacht werden würde. am Ende konnte sich Schauspielerin Bérénice Béjo den Preis als beste Darstellerin abholen. Nachdem sie im vergangenen Jahr im oscarprämierten Stummfilm “The Artist” geglänzt hatte, überzeugte sie die Jury diesmal in einer deutlich ernsteren Rolle.

Béjo: “Das ist ein phantastischer, sehr starker Film. Was ich an ihm mag, ist seine spannungsreiche Seite, das Drama, das sich anbahnt, all diese Dinge, die man nach und nach erfährt. All das macht aus diesem Film wahres Kino. Man ist nicht mehr in der echten Wirklichkeit, man ist in der Realität des Films. Die Spannung ist ein wichtiger Teil des Films.”

Bester Darsteller war nicht da

Der Preis für den besten Darsteller ging in diesem Festivaljahr an den US-Amerikaner Bruce Dern, der aber nicht persönlich da war, um seine Palme in die Hände zu nehmen. Im Film “Nebraska” geht es um einen älteren Mann, der zusammen mit seinem Sohn nach Nebraska fährt, um das Preisgeld aus einem Glückspiel abzuholen. Der Trip wird zur Reise in die Vergangenheit.

Regiepreis geht nach Mexiko

Der Regiepreis geht in diesem Jahr nach Mexiko an den Regisseur Amat Escalante. “Steven Spielbergs Filme haben mich schon immer sehr inspiriert. Ich denke, er war es, der den Keim des Filmemachers in mich gesetzt hat.”

Escalante erhielt den Preis für seinen Film “Heli”, der den brutalen Drogenkrieg in Mexiko thematisiert. Die Familie einer 12jährigen wird in einem Kreislauf der Gewalt gefangen, als sich das Mädchen in einen jungen Polizisten verliebt, der in Drogengeschäfte verwickelt ist.

A Touch of Sin: Brutales China

Brutal, kompromisslos, so kommt er daher, der chinesische Film “A Touch of Sin”, für den sein Regisseur und Autor Jia Zhang-Ke den Preis für das beste Drehbuch abholen konnte. Zuvor musste der Film die Zensur überwinden.

Jia Zhang-Ke: “Das wichtigste für einen Künstler oder Filmemacher ist es, dass sie sich nicht selbst zensieren. Sie sollten den Mut zur Krativität haben und ihre Kunst oder ihre Filme nutzen, um die Grenzen und die Zensur zu überwinden.”

Der Film dreht sich um vier Figuren aus verschiedenen Regionen Chinas. In ihren unterschiedlichen Lebensläufen spiegelt sich ein modernes China wider, in dem die Menschen zwischen wirtschaftlichem Aufschwung und wachsender Gewalt zerrieben werden.

Großer Jurypreis für Koreeda

Der Große Preis der Jury ging derweil an den Japaner Hirokazu Koreeda für “Like Father, Like Son”. Er ist nicht das erste Mal in Cannes. 2004 erhielt der Hauptdarsteller seines Films “Nobody Knows” den Darstellerpreis.

Koreeda: “Ich mache kein Genre-Kino, ich wollte nicht zwischen Komödie und Drama entscheiden. Wenn man ein ernstes Thema hat, dann braucht es humoristische Züge, sonst ist es unverdaulich. Ich bin zufrieden, denn wir haben beim Filmen gelacht und ich glaube, je ernsthafter ein Thema ist, umso mehr müssen wir unseren Humor einbringen.”

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Unsere Sonderseite zum Filmfestival in Cannes