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EU-Bericht: Alle fünf Tage eine neue Droge

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EU-Bericht: Alle fünf Tage eine neue Droge

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“Klassische” Drogen wie Cannabis, Kokain und Heroin werden in Europa teilweise weniger konsumiert, dafür sind synthetische Rauschmittel weiterhin auf dem Vormarsch. Das gab die Drogenbeobachtungsstelle der Europäischen Union (EBDD) in ihrem Jahresbericht bekannt.

Statistisch gesehen wird in Europa alle fünf Tage eine neue Substanz entdeckt – zumeist Varianten bereits bekannter Designerdrogen. Häufig ähneln diese Mittel in ihrer Wirkungsweise Cannabis und werden in Pillen- oder Pulverform angeboten. Insgesamt 73 neue Drogen entdeckte die EBDD im vergangenen Jahr – so viele wie noch nie innerhalb von zwölf Monaten.

Der Drogenmarkt sei zunehmend komplexer und dynamischer, was insbesondere auf den Internethandel und die weltweite Vernetzung von Produzenten und Konsumenten zurückzuführen ist. Entsprechende Maßnahmen seien sowohl in den Einzelstaaten als auch europaweit den sich ändernden Gegebenheiten anzupassen.

“In den großen europäischen Städten ist die Angebotspalette der neuen synthetischen Drogen sehr groß. Das gilt vor allem für Stimulanzien, die nicht nur die Gesundheit gefährden, sondern ähnlich wie beim Heroinmißbrauch die soziale Situation der Menschen negativ beeinflussen”, sagt Drogenforscher Laurent Laniel.

Ein besonderes Risiko gehen diejenigen Konsumenten ein, die mehrere Rauschmittel gleichzeitig zu sich nehmen, ohne ihre genaue Wirkungsweise und gesundheitliche Konsequenzen zu kennen.

“Die Trends im Handel und Konsum von Drogen können aus unterschiedlichen Richtungen betrachtet werden, aber im Vordergrund stehen dabei immer Gesundheitsfragen. Die Experten sind sich einig: In der momentanen wirtschaftlichen Lage betrifft eine der größten Gefahren mögliche Kürzungen von Präventiv- und Therapiemaßnahmen”, so Euronews-Reporter Tiago Braga Marques.