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Zucker? Nein danke! Neues vom Überlebenskünstler Küchenschabe

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Zucker? Nein danke! Neues vom Überlebenskünstler Küchenschabe

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Bekannt sind Küchenschaben als extrem resistente Plagegeister, die angeblich selbst Atomkatastrophen heil überstehen. Wissenschaftler haben nun eine neue Facette des Anpassungskünstlers entdeckt. Dem Allesfresser ist die Lust auf Süßes vergangen, eine lebenserhaltende Mutation, um sich vor zuckerhaltigen Futterfallen zu schützen.
“In unserer Untersuchung zeigen wir, dass viele Schabenpopulationen eine Glukoseresistenz oder besser -ablehnung entwickelt haben und wir bestimmen den Neuromechanismus, der diesem Verhaltenswandel zugrunde liegt”, erklärt Coby Schal, einer der beteiligten Wissenschaftler. “Ganz praktisch zeigt das, dass wir die in Futterfallen zur Schabenbekämpfung enthaltene Nährstoffzusammensetzung verändern müssen.”

Im Vergleichstest stellte das Forscherteam an der North Carolina State University die sogenannte Deutsche Schabe, vor die kulinarische Wahl: Gelee oder Erdnussbutter. Mutierte Schaben stürzten sich auf das Salzige und mieden die Süßspeise. Glukose aktiviert bei den Schädlingen einen Bitter-Rezeptor, ist also gleichbedeutend für Gefahr.

“Der Kampf gegen Kakerlaken ist so alt wie die Menschheit”, erläutert Schal. “Gegen die Schädlinge kämpften Pflanzen schon Millionen Jahre vor uns. Dies ist nur eine neue Runde des Wettstreits. Offenbar hat gerade die Schabe gewonnen mit einer erworbenen Glukose-Ablehnung. Die Industrie wird darauf mit neuen Produkten reagieren, die auf die Zuckeraversion der Schabe abzielen.”
Seit Mitte der 1980er Jahre werden unter anderem Fressfallen eingesetzt, die ein Insektizid und einen zuckerhaltigen Lockstoff enthalten. Die Studie zeigt, wie schnell sich das Sinnessystem der Insekten an veränderte Umweltbedingungen anpassen kann.