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Brüssels Probleme mit russischem Gas

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Brüssels Probleme mit russischem Gas

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Brüssel will den Wettbewerb auf dem Energiemarkt fördern und die Preise verringern. Weil Gazprom verdächtigt wird, seine Marktposition zu missbrauchen, leitete die EU-Kommission im vergangenen Herbst ein Wettbewerbsverfahren gegen den russischen Energieriesen ein.
“Gazprom besitzt und nutzt zugleich ein Vertriebsnetz, was einen Interessenskonflikt darstellt”, so Philip Lowe von der Kommission. “Der Versorger will dadurch sicherstellen, dass ihm seine Wettbewerber nicht zu gefährlich werden. Nur auf diesem Gebiet ist eine Einigung zwischen Russland und der EU notwendig.” Die russische Gasgesellschaft, zu der auch Gazprom gehört, kritisiert indessen, dass die von Europa geplante Trennung von Produktion und Vertrieb einer Enteignung russischer Investitionen gleichkomme: “Das dritte Energiepaket der EU diskriminiert Marktteilnehmer, die nicht zur EU gehören”, sagt der Präsident der Gesellschaft, Valeri Jasew. “Und es schadet Europa, denn Investoren verlieren ihr Interesse daran.” Die Preise für russisches Gas in der EU sind sehr unterschiedlich. Das kleine Litauen, das vor seiner Unabhängigkeit zur ehemaligen Sowjetunion gehörte, zahlt bis zu 40 Prozent mehr als Deutschland beispielsweise.