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Femen-Aktivistinnen hoffen auf weiblichen Arabischen Frühling

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Femen-Aktivistinnen hoffen auf weiblichen Arabischen Frühling

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Brüssel im April dieses Jahres. Vor dem islamischen Zentrum in der belgischen Hauptstadt kommt es zum lautstarken Protest. Die Frauenrechtsgruppe Femen hatte den Ort ausgewählt, um auf die ihnen eigene Art gegen die Inhaftierung der tunesischen Feministin Amina zu protestieren. Die Ukrainerin Oleksandra Schewtschenko ist eine der Gründerinnen von “Femen.”

Sie sagte: “Eines unserer Hauptziele ist der Nahe Osten, jüngst gab es unsere erste Aktion in den islamischen Republiken, sie wurden von zwei Französinnen und einer Deutschen organisiert. Sie haben unsere Aktivistin verteidigt, die seit zwei Wochen im Gefängnis sitzt. Ich glaube, Amina kann den arabischen Frühling der Frauen auslösen.”

In jüngster Zeit richten die Femen-Aktivistinnen vermehrt Proteste gegen die islamische Welt. Schon bei den Olympischen Spielen in London demonstrierten sie gegen die Entscheidung des IOC, verschleierten Frauen die Teilnahme zu gestattete – entgegen der Olympischen Charta.

Die typische Femen-Aktion basiert auf Überraschung und Provokation. Auf ihre nackten Oberkörper schreiben sie sich Slogans wie “In Gay We Trust”, um damit an Orten wie dem Vatikan für ihre Anliegen Aufmerksamkeit zu erregen.

Besonders starke Kritik üben die jungen Frauen an den Religionen und Kirchen, die sie als frauenfeindlich, patriarchalisch und sexistisch ansehen.

Auch in Russland gibt es immer wieder Protestaktionen der Frauen. So stürmten sie halbnackt in das Wahlbüro, in dem Wladimir Putin bei den Präsidentschaftswahlen seine Stimme abgab, die ihn wieder ins Amt brachten. Femen sprachen von Wahlbetrug, nannten Putin einen Diktator.

Mit einer weiteren Oben-Ohne-Aktion von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Putin auf der Hannover-Messe protestierten die Aktivistinnen gegen die staatliche Kontrolle von NGOs in Russland.

Tatsächlich nehmen die Frauen zunehmend Ziele aus der Politik ins Visier. Und um sicherzustellen, dass die Aktionen bekannt werden, müssen sie immer auch spektakulär, laut, theatralisch sein.

Inzwischen konnte die in der Ukraine gegründete Gruppe auch in Westeuropa Fuß fassen. Immer neue Frauenrechtlerinnen stoßen zu der Truppe, wie Oleksandra Schewtschenko berichtet: “Wir verteilen keine Flugblätter in den Straßen, wir agieren mittels sozialer Netzwerke, durch die Medien. Die Frauen melden sich dann von selbst bei uns. Sie suchen uns im Internet und so können sie bei uns mitmachen.”

2008 riefen drei junge ukrainische Studentinnen Femen ins Leben, um auf die Lage von Frauen in ihrem Land aufmerksam zu machen, speziell, was das Thema Prostitution angeht.

Es war die Fußballeuropameisterschaft der Männer im vergangenen Jahr, während der den Frauenrechtlerinnen erstmals eine breite Aufmerksamkeit von den internationalen Medien geschenkt wurde.