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Tunesische Frauenrechtlerin muss in Haft bleiben und Geldstrafe zahlen

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Tunesische Frauenrechtlerin muss in Haft bleiben und Geldstrafe zahlen

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Ein tunesisches Gericht hat angeordnet, dass die 19-jährige Frauenrechtlerin Amina Tyler in Haft bleiben und 150 Euro Strafe zahlen muss. Vor dem Gericht demonstrierten rund 200 größtenteils konservative Muslime für eine Verurteilung Aminas. Ihr werden Besitz von Tränengas und Schändung eines Friedhofs vorgeworfen, dafür drohen ihr bis zu zwei Jahre Haft.

Aminas Anwältin sagte, es gehe bei dem Prozess um ganz andere Dinge, als um die, über die geredet werde. Es gehe nicht um Beleidigung der öffentlichen Moral oder die Schändung eines Friedhofs, es gehe um etwas ganz anderes.

Der Richter ließ offen, ob die Anklage auf Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung erweitert werden könne. Im schlimmsten Fall drohten der Aktivistin dann zwölf Jahre Haft.

Amina war am 19. Mai in Kairouan festgenommen worden.
Die bereits wegen ihrer Oben-Ohne-Fotos im Internet bedrohte Tyler hatte dort gegen eine Konferenz ultrakonservativer Salafisten protestiert. Nach Angaben von Augenzeugen schrieb sie an die Friedhofsmauer nahe der größten Moschee der Stadt das Wort Femen.

An diesem Mittwoch waren in Tunis drei europäische Femen-Aktivistinnen festgenommen worden, weil sie gegen den Prozess gegen Amina protestiert hatten. Auch ihnen drohen nun Haftstrafen.