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Erstmals öffentliches Gedenken an "ethnische Säuberungen" in Prijedor

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Erstmals öffentliches Gedenken an "ethnische Säuberungen" in Prijedor

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Erstmals haben die Einwohner der Stadt Prijedor in der serbischen Teilrepublik Republik Srpsksa Bosnien-Herzegowinas öffentlich der Opfer der sogenannten “ethnischen Säuberungen” zu Beginn des Bosnien-Krieges 1992 gedacht. Mit weißen Armbändern erinnerten sie daran, dass seinerzeit die nicht-serbische Bevölkerung der Stadt
so vor deren Deportation gekennzeichnet wurde.

“Jeder weiss, dass wir hier keinerlei Rechte haben, dass wir von hier vertrieben wurden”, sagt eine Frau, die dabei war, “es ist hart, denn ich erinnere mich daran, dass wir weiße Armbänder tragen mussten, damit jeder wusste, wer wir waren. Heute ist es leichter, denn wir sind frei. Ich schäme mich nicht, das zu tragen.”

Die 65.000 Einwohner zählende Stadt ist heute mehrheitlich serbisch. Bislang waren öffentliche Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer verboten.

Am 31. Mai 1992 ordneten die Behörden in der Stadt an, dass die nicht-serbische Bevölkerung ihre Häuser mit weißen Laken kennzeichnen musste, auf der Straße musste sie weiße Armbänder tragen. Nach Angaben von Opferorganisationen wurden in Prijedor mehr als 3200 Muslime und Kroaten getötet.