Eilmeldung

Eilmeldung

Asbest: Hartes Urteil gegen Unternehmer

Sie lesen gerade:

Asbest: Hartes Urteil gegen Unternehmer

Schriftgrösse Aa Aa

Der norditalienische Asbest-Produzent Eternit ist seit Jahrzehnten pleite, die Werke sind schon lange geschlossen. Doch für den früheren Besitzer, den schweizer Unternehmer Stephan Schmidheiny, ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende: er wurde heute in Turin zu 18 Jahren Haft verurteilt. Das Berufungsgericht erhöhte sogar noch das Strafmaß der ersten Instanz um zwei Jahre.

Der Unternehmer soll in den insgesamt vier ehemaligen Eternit- Werken für grobe Sicherheitsmängel verantwortlich gewesen sein – und damit für Erkrankung und Tod von 3000 Menschen sowie die Umweltverschmutzung in mehreren Gemeinden. Neben der Gefängnisstrafe muss Schmidheiny zudem mehr als 50 Millionen Euro Entschädigung an betroffene Gemeinden zahlen.
Allerdings: nach italienischem Recht wird ein Urteil erst in der dritten Instanz definitiv rechtskräftig. Schmidheinys Anwälte haben sich bisher noch nicht zum weiteren Vorgehen geäußert.

In den Eternit Werken wurden Dämmplatten für den Hausbau gefertigt. Dabei kamen die Arbeiter immer wieder ohne Mund oder Hautschutz mit dem hochgiftigen Asbest in Kontakt.