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Die Demonstranten vom Gezi Park: Bunt und wild entschlossen

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Die Demonstranten vom Gezi Park: Bunt und wild entschlossen

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Sie sind bunt, sie sind wütend, und sie sind zahlreich. Die Abneigung gegen die Politik der Regierung Erdoğan eint sie. Unter ihnen sind nicht nur Studenten, sondern Vertreter fast aller gesellschaftschaftlicher Schichten. Organisiert sind die Demonstranten nicht, aber entschlossen.

“Die Polizei hat diese friedlichen Demonstrationen in Gewalt umschlagen lassen”, sagt eine Frau. “Vergangene Nacht haben wir die Krawallen in Besiktas gesehen und haben fünf Stunden für den Weg hierhin gebraucht. Wir werden nicht aufgeben. Wir wollen, dass die Regierung zurücktritt.”

Ein Mann sagt: “Die kennen keine Gnade. Die Polizisten greifen uns an, als wollten sie uns umbringen. Wir vertrauen der Polizei nicht, sondern nur uns selbst.”

“Ich bin ein Student aus Kurtkoy, 70 Kilometer von hier”, so ein anderer. “Wir geben nicht auf. Ich habe bald Prüfungen und müsste eigentlich lernen, aber unser Land ist im Moment wichtiger.”

Und sie stellen sich darauf ein, dass es länger dauern könnte. Inzwischen wurden Zelte aufgestellt und das zum Leben Notwendige herangeschafft. Die Pflichten des Alltags müssen warten – notfalls bis Erdoğan zurückgetreten ist. “Der Taksim-Platz gehört dem Volk” skandieren die Demonstranten…

“Die Gewalt, die Istanbul in den vergangenen Tagen fest im Griff hatte, scheint im Moment vorüber zu sein. Aber die Proteste gehen weiter. Hunderte demonstrieren im Gezi Park: dort, wo alles begann. Sie rüsten sich für den Fall, dass es zu neuen Unruhen kommen sollte”, sagt euronews-Reporter Bora Bayraktar.