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Held oder Verräter? Auftakt im Prozess gegen Bradley Manning

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Held oder Verräter? Auftakt im Prozess gegen Bradley Manning

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Vor dem Militärgericht in Fort Meade hat am Montag der Prozess gegen den US-Soldaten Bradley Manning begonnen. Dem 25-Jährigen wird zur Last gelegt, über 700 000 vertrauliche Dokumente an WikiLeaks weitergegeben und somit indirekt unter anderem dem Terrornetzwerk Al-Kaida zugearbeitet zu haben. Manning habe Details über die Einsätze der US-Armee im Irak und in Afghanistan verraten.
Ihm drohen bis zu 150 Jahre Haft – für seine Unterstützer ist und bleibt er ein Held.

“Meiner Ansicht nach hat Bradley Manning mehr als jeder andere dafür getan, den Irakkrieg zu beenden”, sagt ein Mann. “Er hat das Hubschrauber-Massaker aufgedeckt, bei dem Kinder, Journalisten und Zivilisten getötet wurden. Das hat das Gewissen der ganzen Welt erschüttert.”

“Er hat das Richtige getan: Das, was er tun musste. Er hat Kriegsverbrechen gemeldet”, meint ein weiterer Unterstützer.

Der Prozess gegen Manning ist zunächst auf zwölf Wochen angesetzt – und birgt militärischen wie politischen Sprengstoff.

“Bradley Manning droht lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. Die Regierung hingegen steht vor einem enormen Glaubwürdigkeitsproblem. Gemeinsam mit den jüngsten Skandalen in Washington könnte das Verfahren gegen Manning das Vertrauen in die Obama-Administration weiter erschüttern”, sagt euronews-Reporter Stefan Grobe.